Otterhund

Wesen:

Gemütlich

Beherrscht

Hitzig

Größe: Groß

Höhe: 61-69 cm

Gewicht: 36-54 kg

Lebenserwartung: 10-13 Jahre

Felltyp: Mittelhaar

Farben: Schwarz-Loh, Grau, Schwarz, Blau-Weiß, Weizenfarbe

FCI Gruppe: Laufhunde – Schweisshunde – verwandte Rassen

Otterhund Steckbrief: Wissenswertes rund um Haltung, Kosten und Ernährung

Der Otterhund jagt schon lange keine Fischotter mehr. Sein Temperament hat er aber nie verloren: Neugierig, aktiv und mit eigenem Kopf, treibt er unerfahrene Hundehalter zur Verzweiflung. Wer mit ihm glücklich werden möchte, sollte zur Haltung einiges beachten.

Was ist das Besondere am Otterhund?

Ein echter Otterhund ist ein seltener Anblick: Schätzungen zufolge finden sich weltweit nur noch rund 1000 Exemplare. Seit dem Verbot der Fischotterjagd in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts nahm seine Zahl rapide ab. Obwohl er ein freundliches und offenes Wesen besitzt, ist er nämlich kaum massentauglich. Vielmehr gehört zu seiner Haltung unbedingt Erfahrung und viel Konsequenz. Fehlt dies, zeigt sich häufig folgendes Bild: ein verzweifelt rufendes Herrchen oder Frauchen, sowie ein fröhlich dahinjagender Hund, der rasch außer Sichtweite ist.
Es liegt einfach in seiner Natur: Wo immer er eine Fährte wittert, läuft er los. Dies führt ihn nicht nur in den Wald. Vielmehr ist er ein echter Wassersportler: Er schwimmt nicht nur gern, sondern auch flink und ausdauernd. Erschwerende Bedingungen für alle, die wieder einmal nicht aufgepasst haben.

Festhalten wird in solchen Fällen schwer: Mit einer Schulterhöhe von mindestens 61 cm zählt er zu den ganz Großen. Rüden können sogar bis 69 cm erreichen. Charakteristisch ist nicht nur sein langes Fell, sondern auch die Form der Ohren und die Zotteln an den Ohren.

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So sieht ein Otterhund aus - Steckbrief in Kürze

  • Größe: 61 cm (Hündin) – 69 cm (Rüde) 
  • Gewicht: bis 44 kg.
  • Fell: Langhaar. Kann bis acht Zentimeter erreichen. Konsistenz ölig, damit wasserabweisend. Mit Deckhaar und dichter Unterwolle.
  • Pfoten: groß für besseren Stand bei verschlammtem Untergrund. Die markante Zwischenzehenhaut hilft beim Schwimmen.
  • Ohren: sehr charakteristisch. Teilweise mit Haaren bedeckt, hängend. Leicht eingerollt.
  • Rute: reicht im Herabhängen bis zum Sprunggelenk.
  • Farben: einfarbig bis dreifarbig. Schwarz, Braun, Blau, Weiß, Sandfarben, Creme, Orange. Weiße Abzeichen können vorkommen, dann an Rute, Kopf, Brust oder Pfoten.

Das zeichnet den Otterhund aus: Wesen & Charakter

Sein ausgeprägter Jagdtrieb ist nicht sein einziges Merkmal. Der kräftige Hund ist auch sehr ausdauernd. Wenn er das für nötig hält, kann er einem Otter zu Land schon mal zwölf Stunden folgen. Zum selben Zweck kann er auch bis zu fünf Stunden schwimmen. Dafür braucht es viel Energie. Otterhunde müssen daher unbedingt ausgepowert werden! Eine reine Wohnungshaltung wird ihrem Wesen auch bei noch so viel Bespaßung nicht gerecht.
Dennoch wird er nie aggressiv. Er neigt auch nicht zur Nervosität. Das macht ihn ideal für Familien mit Kids: Seine gute Laune und sein Spieltrieb sind ansteckend! Beste Voraussetzung auch dafür, dass immer jemand daheim ist, der ihn beschäftigen kann. Selbst Fremden gegenüber bleibt er stets offen und freundlich. Als Wachhund für den Garten ist er daher ein Fehlkauf – abgesehen von dem Respekt, den er sich durch seine Größe verschafft.

Weil er gern seine Natur auslebt, führen Spaziergänge am besten in die Nähe von Wasser. Dort sollte Baden von Hunden erlaubt sein. Allerdings muss jederzeit damit gerechnet werden, dass er sich selbstständig macht. Dies lässt sich selbst bei noch so guter Erziehung nicht immer verhindern. Auch ein Otterhund, der alle Kommandos beherrscht, neigt zur Ignoranz, wenn ihm das Kommando gerade nicht passt. Hundehalter benötigen daher viel Selbstbeherrschung: Sie sollten sich nicht nur in Geduld üben, sondern auch viel Humor mitbringen.

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Otterhund Wesensart

+++ Viel:

  • Freundlichkeit, auch Kindern und Fremden gegenüber
  • Bewegungsdrang,
  • Verspieltheit
  • Bellen
  • Energieverbrauch

++ Mittelmäßig:

  • Intelligenz
  • Möglichkeiten der Erziehung

+ Wenig:

  • Kaum für Anfänger geeignet.

Wie Erziehung und Training beim Otterhund aussehen können

Aus diesen Gründen sollte die Erziehung sehr strikt erfolgen. Selbst dann wird es beim Auslauf noch genug Probleme geben. Die folgenden Regeln können helfen, den Otterhund seiner Natur entsprechend zu beschäftigen.

Möglichkeiten, den Otterhund richtig auszupowern:

  • Viel Bewegung! Zum Beispiel neben dem Fahrrad her führen. Dabei nicht zu schnell fahren.
  • Täglich mehrere Stunden Auslauf geben. Ideal sind Wald oder Park.
  • Jeder Otterhund braucht Gelegenheit zum Schwimmen!
  • Fährtensuchen imitieren, etwa mit Mantrailing.
  • Viele Anreize zum Apportieren schaffen: Flyball.
Otterhund
Gezieltes Training sollte dabei anders aussehen und vor allem kürzer sein, als normale Bewegungseinheiten. Obwohl er sehr ausdauernd sein kann, sollten Halter diesen Hund nicht überfordern! Trainingseinheiten von fünf bis zehn Minuten haben sich bewährt, danach steht eine Pause an. Je mehr Spaß es macht, desto besser bleibt der Hund bei der Sache.
Die Erziehung sollte so früh wie möglich einsetzen. Doch Otterhunde sind lernfähig genug, dass sie auch im erwachsenen Alter noch etwas hinzulernen können. In jedem Fall erfordert solch ein Hund vor allem Zeit. Wer dies nicht leisten kann, etwa aufgrund von Berufstätigkeit, sollte sich überlegen, ob der Otterhund wirklich der Richtige ist. Dieser aufgeweckte Hund fühlt sich am wohlsten, wenn er immer einen Menschen in der Nähe weiß.

Was tun, wenn der Otterhund absolut nicht hört?

Selbst Menschen mit einiger Hundeerfahrung können bei diesem Hund an Grenzen stoßen. Abhilfe schafft eine Hundeschule*. Sie zeigt, wo es bei Hund oder Halter noch hapert. Dort lernen Hundehalter, sich dem Hund entsprechend dessen Bedürfnissen zu widmen. Artgerecht sollte aber auch die Ernährung sein. Nur ein gesunder Otterhund bringt wirklich das freundliche Gemüt mit, welches Fans der Rasse so fasziniert.

Wie man den Otterhund richtig ernährt

Wie bei großen Hunden üblich, kann jedes Gramm zu viel auf die Gelenke gehen. Wer seinen Otterhund richtig ernähren will, sollte daher zuerst auf dessen Gewicht achten. Das wiederum hängt ab von der Menge und Beschaffenheit des Futters.
  1. Portionen: Ein Otterhund benötigt mehrere Mahlzeiten pro Tag. Ideal für erwachsene Hunde sind mindestens zwei Mahlzeiten. Bei weniger, also größeren Portionen riskieren Hundehalter, dass der Hund sich überfrisst. Dann kann es zur gefürchteten Magendrehung kommen, ein Fall für den Tierarzt. Dies kann auch dann geschehen, wenn der Otterhund gleich nach dem Fressen wieder aktiv ist. Daher sollte sich unbedingt eine Ruhepause an die Fütterung anschließen.
  2. Wie viel Futter braucht der Otterhund: Dies hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise Gewicht, Bewegung und Alter. Im Internet finden sich Rechner, mit denen sich grammgenau die Idealmenge berechnen lässt. Für den Otterhund ein Beispiel: Ein ausgewachsener Hund bis 7 Jahre benötigt bei einem Gewicht von ca. 35 kg und viel Bewegung mindestens anderthalb Kilo Nassfutter.
  3. Art des Futters: Sie sollte nicht zu energiereich sein, sonst kann es zu Fehlstellungen der Gelenke kommen. Dies betrifft besonders Hunde im Wachstum. Gefüttert werden kann sowohl Nass- wie auch Trockenfutter. Ideal ist viel Fleisch und ein möglichst geringer Anteil an Getreide.

Weil alle großen Hunde ähnliche Probleme haben, bieten viele Hersteller Spezialfutter. Zum Beispiel dieses Hundefutter für große Rassen von Eukanuba*: energiereduziert, getreidefrei, mit leckerem Fisch!

Kann ich meinen Otterhund Barfen?

Das geht. Es kann sogar ähnlich artgerecht sein wie Premium Fertignahrung. Allerdings sollten Besitzer sorgfältig auf lebenswichtige Zusätze achten. Simple Rohfleischfütterung reicht dauerhaft nicht aus.

Teurer Spaß? Was ein Otterhund kosten darf

Alles beginnt mit der Anschaffung: Weil der Otterhund so selten ist, kann sein Kauf zur Herausforderung werden. Interessenten sollten sich nicht nur in Deutschland umsehen. Auch Finnland, die Niederlande und natürlich Großbritannien sind mögliche Bezugsquellen. Was der Hund kostet, ist abhängig von der Herkunft, vom Stammbaum und davon, ob das Tier aus einer aktiven Jagdlinie stammt.
Reinrassige Tiere können bis zu 2000 Euro und mehr kosten. Dabei bleibt es aber nicht. Hinzu kommt die Hundesteuer in Höhe dessen, was die Gemeinde verlangt. Sie liegt oft bei mehr als 100 Euro jährlich. Und Futter möchte der verspielte Hund schließlich auch. Je nach Art und Qualität des Futters muss mit weiteren 50 bis 100 Euro gerechnet werden – allerdings monatlich. Im Lauf der zehn Jahre eines solchen Hundelebens kommt da einiges zusammen.
Unerlässlich ist zudem die Haftpflichtversicherung: Weil dieser Hund seinen eigenen Kopf hat, rennt er im Jagdeifer vielleicht einen Radfahrer um. Wird der dabei noch verletzt, wird es schnell teuer.
Ein weiterer wichtiger Punkt wird häufig vergessen, wenn man nach den Kosten für einen Otterhund fragt. Es geht um regelmäßige Checks beim Tierarzt. Denn diese Rasse ist anfällig für einige spezielle Probleme.

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Ein gücklicher Otterhund ist gesund!

Gelenke

Bereits erwähnt hatten wir die möglichen Gelenkprobleme beim Otterhund. Hierzu zählt Dysplasie an Hüfte oder Ellenbogen, ein Zeichen möglicher Inzucht. Auch Epilepsie ist ein bekanntes Phänomen bei Hunden aus problematischer Zucht. Um das zu vermeiden, sollten sich Kaufwillige unbedingt die Ahnentafel zeigen lassen.

Fellpflege

Von Vorteil ist hingegen sein Fell, denn der Otterhund haart nicht. Allerdings ist er ein echter Stöberhund und schleppt im Fell unerwünschte Geschenke mit heim. Nach jeder Runde im Freien sollte daher das Fell genau untersucht werden. Mit einer Spezialbürste lässt sich das Ganze zur angenehmen Fellpflege kombinieren. Geht das nicht, erfolgt die Fellpflege mit Bürste mindestens einmal in der Woche.

Geeignet sind alle Bürsten*, die stark genug sind, um neben dem Deckhaar auch die Unterwolle zu durchkämmen.

Tipp: Bei der Suche nicht nur auf Gräser oder Zweige achten. Auch Zecken hängen sich gern in das dichte Fell der Vierbeiner. Daher sollte Spezialwerkzeug immer im Haus sein.

Zecke gefunden? Keine Panik, mit dem richtigen Werkzeug ist der Schädling sofort wieder draußen. Hier gibt es dafür gleich ein ganzes Set aus Edelstahl, Premium Qualität*.

Das Fell eines Otterhunds riecht mal mehr, mal weniger streng. Grund ist der Ölanteil: Was ihm bei der Jagd im Wasser hilft, kann Hundehaltern gewaltig stinken! Ein Bad schafft Abhilfe. Für dessen Häufigkeit gibt es keine Grundregeln. Entscheidend sind lediglich die Nasen der weiteren Familienmitglieder.

Ohren

Die Ohren sind eine weitere gesundheitliche Schwachstelle. Aufgrund ihrer Anatomie neigen sie zur Entzündung, was eine sehr genaue Prüfung erfordert. Damit der Otterhund mit seinen Schlappohren immer gut hört, sollten sie auch in regelmäßigem Abstand gereinigt werden. Hierfür bieten sich tiersichere Ohrenreiniger* an.

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Bart

Hier sammelt sich ebenfalls einiges an Nahrung, auch an Wasser. An Waschen und Trocknen führt deshalb kein Weg vorbei. Nicht immer braucht es dafür Hundeshampoo: Manchmal reicht es auch schon, wenn der Bart gut durchtrocknen kann. Hilfe bietet ein einfaches Tuch zum Abrubbeln.

Wer ist Master of Otter Hounds? Der Otterhund und seine Geschichte

Nicht immer war der Fischotter ähnlich selten wie heute. So gab es um 1000 nChr. zu viele dieser geschickten Fischjäger. Weil sie dem Menschen eine wichtige Nahrungsquelle entzogen, gab es Bestrebungen zur Zucht spezieller Jagdhunde. Erfolgreich war dabei in England König Henry II. Davon zeugt zumindest der Titel „Master of Otter Hounds“, welcher von ihm erstmalig vergeben wurde – rein zufällig erhielt er ihn selbst.

Damit wurde die Jagd auf Fischotter zur alleinigen Sache von Adligen. Unter Strafe durfte niemand sonst Fischotter erlegen. Normales Volk durfte noch nicht einmal entsprechende Hunde besitzen. Jeder Otterhund stand deshalb für Noblesse und Standesbewusstsein.

Allerdings waren die Hunde völlig andere als heute. Erst ab dem sechzehnten Jahrhundert gab es erste Erfolge bei der Zucht einer separaten Rasse. Taucht in frühen geschichtlichen Quellen ein „Otter Hound“ auf, kann das alles sein, was sich zur Otterjagd eignete: So ist bekannt, dass im siebzehnten bis neunzehnten Jahrhundert auch Foxhounds und Water Spaniels bei der Fischotterjagd eingesetzt wurden.

Kreuzungen dieser und anderer Rassen ergaben schließlich den heutigen Otterhund. Nachweisliche Vorväter des verspielten Spürhundes sind Griffons de Bresse aus Frankreich sowie der englische Bloodhound. Weil die Otterjagd ab 1870 deutlich populärer wurde, benötigte man endlich ein paar fähige Hunde.

Nur wenige Jahre später importierten Liebhaber die neue Rasse auf das europäische Festland, unter anderem ins deutsche Kaiserreich. Ein Hund für die Massen wurde er trotzdem nie. Seine Zahl blieb überschaubar, was wohl mit seinem Charakter zu tun hat. Hinzu kommt, dass in den Siebzigern des 20. Jahrhunderts die Otterjagd verboten wurde. Dieser Rasse blieben also knapp hundert Jahre, sich über die Kontinente hinweg auszubreiten. Das ist wenig Zeit: Bis heute ist der Otterhund nicht nur für seine Fans etwas ganz Besonderes.

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Fazit Otterhund

Der Otterhund zeichnet sich durch ein friedliches Wesen aus. Das ist erstaunlich, sollte er doch einst Fischotter erlegen. Doch friedlich hießt nicht ruhig: Gern geht sein Temperament mit ihm durch und veranlasst ihn, kilometerweit zu laufen, ohne auf Herrchen oder Frauchen zu achten. Zu seiner Haltung gehört daher unbedingt, ihn ordentlich auszupowern. Regelmäßige Bewegung in freier Natur ist Pflicht für alle, die sich einen der treuen und doch eigensinnigen Vierbeiner wünschen. Wer dies leisten kann, erhält einen freundlichen, verspielten Jagdhund mit Familiensinn!