Leonberger

Wesen:

Energiegeladen

Loyal

Eigensinnig

Größe: Groß

Höhe: 65-80 cm

Gewicht: 41-75 kg

Lebenserwartung: 8-9 Jahre

Felltyp: Langhaar

Farben: Mahagonifarben, Sandy, Gelb, Rot

FCI Gruppe: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde

Der Leonberger ist ein freundlicher und treuer Riese, der sich durch sein besonnenes und doch temperamentvolles Wesen auszeichnet. Es handelt sich um einen modernen Familienhund mit Qualitäten als Wach- und Schutzhund.

Die FCI ordnet die Hunderasse Leonberger der Gruppe 2 ( = „Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde“) sowie der Sektion 2.2 ( = „Berghunde“) in der Sektion 2 ( = „Molossoide“) zu.

Männliche Leonberger erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 80 cm, weibliche Leonberger weisen eine Schulterhöhe von bis zu 75 cm auf. Die ursprünglich aus Deutschland stammenden friedlichen Riesen haben langes, mittelweiches und anliegendes Fell. Die sich an Hals und Brust bildende Mähne präsentiert sich in verschiedenen Farbvarianten – von Löwengelb über Rot und Rotbraun bis zu Sandfarben. Die schwarze Maske ist allen Leonberger gemein. Die mittelgroßen Ohren sind nicht weit hinten angesetzt, hängend, hoch und fleischig.

Der Leonberger besitzt eine optisch beeindruckende Erscheinung: Groß, kräftig und muskulös – so stellt sich diese elegante Hunderasse dar. Der harmonische Körperbau und die „Mähne“ erinnern noch heute entfernt an einen Löwen – so wie es beim Leonberger von Anfang an gewollt gewesen war. Laut Rassestandard beträgt die Brusttiefe rund 50 Prozent der Widerristhöhe. Das Verhältnis zwischen Widerristhöhe und Rumpflänge liegt bei 9:10.

Werbung

Wesen & Charakter

Laut Rassestandard ist der Leonberger mit Selbstsicherheit ausgestattet. Die verschmusten Riesen punkten durch souveräne Gelassenheit und ein mittleres Temperament. Es handelt sich um einen kinderfreundlichen Familienhund, der sich perfekt als Begleithund für nahezu alle Gelegenheiten eignet. Dank der Lärmunempfindlichkeit und der Gelassenheit bereitet der Familienausflug mit dem Leonberger viel Freude. Die gute Lern- und Merkfähigkeit lassen den Leonberger zu einer intelligenten Hunderasse werden, die ihre Besitzer immer wieder aufs Neue überrascht. Die Lernfähigkeit wird durch die hohe Unterordnungsbereitschaft begünstigt.
Obgleich der Leonberger zu Beginn der Zucht vor allem durch seine Qualitäten als Wachhund und Arbeitshund überzeugte, gilt er heute als vorzüglicher Familienhund, der sich im modernen Leben bestens zurechtfindet und auch unter stressigen Begebenheiten ruhig und gelassen bleibt. Hierbei zeigt der Leonberger durchaus ein temperamentvolles Verhalten bei gleichzeitig hoher Reizschwelle. Die Mischung aus innerer Ruhe und Temperatur sorgen dafür, dass diese Hunderasse ihren Besitzern viel Freude bereitet und selbstsicher durchs Leben geht.
Der Leonberger ist ein furchtloser Hund, der keine Aggressivität zeigt. Er ist der ideale Schutzhund und Begleithund. Ruhe, Gelassenheit und Selbstsicherheit führen dazu, dass der Leonberger mit ungewohnten Situationen gut zurechtkommt und seinen Besitzern stets ein guter und treuer Begleiter ist. Leonberger weisen eine große Verbundenheit und Liebe zum Wasser auf – wahrscheinlich ein Erbe des Neufundländers. Ausflüge zum nahe gelegenen See oder dem Fluss begeistern den Leonberger – obgleich auch hier gilt: Jeder Hund besitzt seinen eigenen Charakter und entscheidet, was ihm Freude bereitet und was nicht. Zwingen ins Wasser zu gehen, dürfen Hundebesitzer ihren Hund niemals. Diese Entscheidung trifft der Leonberger selbst. Doch wenn Herrchen und Frauchen viel Freude im Wasser zeigen, dann wird auch der Leonberger mit ins Wasser wollen.

Der muskolöse Berghund wirkt durch seine Erscheinung beeindruckend, weswegen er gerne als Schutzhund gehalten wird. Die anhänglichen Hunde gelten als gutmütig und geduldig, verteidigen bei Gefahr allerdings ihre Familie und das Grundstück der Besitzer mit aller Kraft. Am wohlsten fühlt sich der Leonberger, wenn die gesamte Familie anwesend ist. Es handelt sich um treue Tiere, die ihr „Rudel“ gerne um sich haben.

Anzeige

Erziehung & Training

Der Leonberger ist ein lernfreudiger Hund, der bereit ist, sich seinem Hundeführer unterzuordnen. Hundebesitzer sollten diese Lernfreude nutzen, um frühzeitig mit der Erziehung und dem Training zu beginnen. Ein Ratgeber* für Hundeerziehung ist bestens dafür geeignet. 

Spaß und Freude am Lernen sind beim Training sehr wichtig, damit der Hund positive Assoziationen zieht. Hinsichtlich der Erziehung ist Konsequenz entscheidend: Der Leonberger ist ein selbstsicherer Hund, der eine sichere Führung benötigt. Hundebesitzer dürfen die Kraft nicht unterschätzen, die der bis zu 80 cm große Hund entwickeln kann. Erziehung beginnt im Kopf – Erfahrung bei der Hundeerziehung und der Besuch einer Hundeschule* sollten daher Voraussetzung sein, wenn sich Menschen für den Kauf eines Leonberger entscheiden.

Die Lernfähigkeit und die Merkfähigkeit des Leonberger wirken sich auf das lebenslange Lernen bei den Hunden aus: Die Tiere zeigen Freude und Engagement bei Intelligenzspielen. Sie möchten nicht nur körperlich sondern auch geistig gefordert werden und entwickeln dadurch immer neue Fähigkeiten. Hundebesitzer bereiten ihren Lieblingen eine Freude, wenn sie sie regelmäßig fordern – nicht überfordern – und dadurch für Spannung und Abwechslung sorgen.

Der Leonberger ist trotz seiner Bereitschaft zur Unterordnung sicherlich kein Anfängerhund. Hundebesitzer, die sich erstmalig für einen Leonberger entscheiden, sollten sich zuvor intensiv mit der Rasse befassen, um von Anfang an zu wissen, wie sie mit dem Leonberger umgehen müssen. In die Erziehung sollten nach Möglichkeit alle Mitglieder des Haushaltes eingebunden werden, sodass der Leonberger lernt, auf alle Familienmitglieder zu hören.

Werbung

Leonberger Ernährung

Um spätere gesundheitliche Probleme zu vermeiden, dürfen junge Leonberger nicht zu energiereiches Futter bekommen. Wachsen die Hunde zu schnell, dann führt dies zu Fehlbildungen am Bewegungsapparat. Auf ein ausgewogenes und hinsichtlich der Kalorienmenge genau abgestimmtes Futter ist zu achten. Bestens dafür geeignet ist ein Futter für ausgewachsene Hunde*. Der Bedarf an Mineralien ist bei den Welpen hoch. Insbesondere Kalzium ist wichtig, um für einen gesunden und stabilen Knochenbau zu sorgen. Erwachsene Leonberger verfügen über einen relativ hohen Energiebedarf. Das Futter muss ausreichend Energie enthalten, ohne den Magen jedoch zu stark zu dehnen. Die genaue Energiemenge hängt unter anderem vom Bewegungsniveau ab. Je aktiver der Hund ist, desto mehr Energie benötigt er.

Aufgrund des erhöhten Energiebedarfs und dem grundsätzlichen Risiko einer Magendrehung bei Hunden, ist es zu empfehlen, die Hunde zwei- oder dreimal pro Tag mit jeweils kleinen Portionen zu füttern. Vor und nach dem Füttern sollte eine Ruhepause eingelegt werden, damit die Gefahr der Magendrehung reduziert wird.
Gefüttert wird der Leonberger entweder mit Spezial-Fertigfutter, das für diese Rasse ausgewiesen ist, oder mit selbst zubereitetem Futter. Stellen die Hundebesitzer das Futter selbst her, dann müssen sie auf die Besonderheiten der Leonberger achten. Die umfassende Beschäftigung mit der Thematik ist erforderlich, um Mangelernährung oder Überversorgung zu vermeiden. Insbesondere folgende Punkte müssen berücksichtigt werden.
  • Energie
  • Protein
  • Mineralstoffe
  • Vitamine

Ältere Hunde benötigen weniger Protein als junge Hunde. Das Futter sollte zudem für ältere Hunde magenschonend gestaltet sein.

Werbung

Gesundheit & Pflege

Ein zentraler Punkt der Pflege ist die Fellpflege: Da der Leonberger über langes Haar verfügt, sollten Hundebesitzer ihr Tier täglich bürsten. Dazu eignet sich eine spezielle Hundebürste*.

Verschmutzungen werden so aus dem Fell entfernt und das Verfilzen der Haare wird vermieden. Wenn Hundebesitzer ihren Liebling bereits als Welpen an dieses tägliche Ritual gewöhnen, dann wird der Leonberger die mit der Pflege verbundene Aufmerksamkeit genießen und zu schätzen wissen.

Werbung

Für die Gesundheit der Leonberger ist Bewegung unerlässlich. Die bewegungsfreudigen Tiere freuen sich über viel Auslauf und die Möglichkeit zum Toben. In einem Haus mit Garten fühlen sich die Leonberger besonders wohl – dort können sie im Freien nach Herzenslust spielen.

Wie viele andere große Hunderassen besitzt auch der Leonberger ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Eine im Vergleich zu kleineren Hunderassen häufiger auftretende Erkrankung ist die dilatative Kardiomyopathie. Die Kontraktilität des Herzmuskels ist hierbei vermindert, die Herzkammern sind erweitert. Regelmäßige Gesundheitschecks sind bei allen Hunden eine Selbstverständlichkeit – beispielsweise im Rahmen des jährlichen Impftermins beim Tierarzt. Die durchschnittliche Lebenserwartung des Leonberger beträgt rund 9 Jahre.

Herkunft & Geschichte

Überlieferungen belegen, dass die Fürstenfamilie von Metternich im Jahr 1625 über eine Zucht von Hunden verfügte, die dem heutigen Leonberger ähnlich war. Die Kynologie geht davon aus, dieser Typ sei bereits zuvor in Schwaben und in der Region der Rätisch Alpen ansässig gewesen. So wie wir den Leonberger heute kennen und lieben ist er Ende der 1830er beziehungsweise Anfang der 1840er Jahre entstanden. Der Stadtrat von Leonberg – Heinrich Essig – kreuzte eine schwarz-weiße Neufundländerhündin mit einem langhaarigen Bernhardinerrüden. Zu späteren Zeiten erfolgte die weitere Kreuzung mit Pyrenäenberghunden. Heinrich Essig wollte eine löwenartige Hunderasse züchten. Hintergrund ist, dass der Löwe das Wappentier der Stadt Leonberg ist. Der Name Leonberger für diese damals neue Hunderasse wurde erstmalig im Jahr 1846 verwendet. Die imposanten und stolzen Tiere überzeugten schnell durch die Kombination der hervorragenden Eigenschaften ihrer Ausgangsrassen.
Von Leonberg aus gelangten die Hunde in die gesamte Welt: Ihre äußere Erscheinung ließ die Tiere zu beliebten Statussymbolen werden. Parallel entwickelte sich ein weiterer Liebhaberkreis für die Leonberger: Die Tiere wurden als Bauernhunde eingesetzt. Sie zeigten gute Qualitäten als Wachhund, sodass sie die Höfe beschützten. Zugleich eigneten sie sich aufgrund ihrer Stärke als Zugtiere. Im Laufe der Jahrhunderte war das Überleben des Leonberger wiederholt in Gefahr: Vor allem die beiden Weltkriege hätten fast zum Aussterben der Rasse geführt. Es ist einigen ausgewählten Liebhabern des Leonberger zu verdanken, dass wir auch heute noch diese freundliche und friedliche Hunderasse kennenlernen dürfen. Um zu erreichen, dass dies auch noch lange so sein wird, existieren heute zahlreiche Leonberger-Zuchtvereine.