Jack Russell Terrier

Wesen:

Energisch

Aktiv

Beherzt

Größe: Klein

Höhe: 20-30 cm

Gewicht: 5-7 kg

Lebenserwartung: 13-18 Jahre

Felltyp: Kurzhaar

Farben: Schwarz-weiß, weiß, braun-weiß

FCI Gruppe: Terrier

Einleitung

Der Jack Russell Terrier zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Hunderassen. Sein agiles, lebhaftes, witziges und überaus gelehriges Wesen macht ihn zu einem perfekten Familienhund. Er bedarf aufgrund seines ausgeprägten Jagdtriebs allerdings eine solide Erziehung, die nicht vernachlässigt oder unterschätzt werden darf. Der quirlige und ziemlich dickköpfige Jack Russell Terrier braucht viel Bewegung und anspruchsvolle Beschäftigung. Er ist die perfekte Mischung aus klugem Jagd-, aufmerksamen Wach- und anhänglichem Kuschelhund mit einer riesengroßen Portion Clown. Mit einem Jack Russell Terrier wird es definitiv niemals langweilig.

Der Jack Russell Terrier: charmantes Wesen und einzigartigen Charakter

Jack Russell Terrier strotzen trotz ihrer kleinen Größe vor Selbstvertrauen, Mut und Furchtlosigkeit. Die Rasse zählt mit einer Schulterhöhe von 20 bis 30 cm und einem Endgewicht von 5 bis 7 kg bei erwachsenen Tieren zu den Minihunden. Den idealen Richtwert hat er vorzuweisen, wenn ca. 1 kg Körpergewicht 5 cm seiner Körpergröße entsprechen. Seine Lebenserwartung liegt zwischen 13 und 18 Jahren. Das Fell des Jack Russell Terriers ist kurz, glatt und stichelhaarig. Die Fellfarbe ist vorherrschend Weiß. Seine roten schwarzen Flecken verleihen ihm seine charmante und liebevolle Ausstrahlung.

Seinen Ursprung findet der Jack Russell Terrier in der Jagd. Er ist auch heute noch ein geschätzter Begleiter für Jäger und Reiter. Er hat stets alles im Blick und flitzt hinter allem her, was sich bewegt. Dabei sind Mäuse und Eichhörnchen ebenso attraktiv für ihn wie Katzen oder Vögel. Wer einen Jack Russell Terrier als Familienhund aufnehmen möchte, sollte sich dieses Triebes bewusst sein und ihn entsprechend – gegebenenfalls auch mit Unterstützung eines erfahrenen Hundetrainers – erziehen.

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Lange Spaziergänge und ausgiebige Spieleinheiten sind für einen Jack Russell Terrier unerlässlich. Als echter Powerhund braucht abwechslungsreiche Aufgaben, die ihn fordern und fördern – er lernt sehr viel sehr schnell, daher ist es wichtig, ihm schon als Welpe klare Kommandos beizubringen. Fängt er an, sich zu langweilen, sucht er sich problemlos selbst Beschäftigungen. Da er diesbezüglich sehr kreativ ist, fallen ihm gerne Dinge zum Opfer – von Socken über Kissen bis hin zu erreichbaren Haushaltsgegenständen ist für einen Jack Russell Terrier ausnahmslos alles interessant und wert, erbeutet zu werden. 

Innerhalb einer Familie ist der Jack Russell Terrier sehr freundlich und anhänglich. Er mag Kinder und freundet sich auch gerne mit anderen tierischen Mitbewohnern an. Zudem ist der Jack Russell Terrier sehr mitteilungsbedürftig – er bellt gerne.

Jack Russell Terrier brauchen eine solide Erziehung und regelmäßiges Training

Jack Russell Terrier sind kleine Dickköpfe, die jederzeit versuchen, ihre Grenzen auszutesten. Sie brauchen also dringend Besitzer, die sich gegen ihn durchsetzen können. Dies gelingt mit täglichen Übungen und einer liebevollen Strenge. Der Jack Russell Terrier ist überaus gelehrig und verinnerlicht Kommandos sehr schnell. Dennoch müssen sie immer und immer wieder geübt werden. Wird der Hund sich selbst überlassen, tendiert er dazu, seinem Halter auf der Nase herumzutanzen, und tendiert zu überaus kreativem Unfug. Schon kleinste Impulse reichen aus, um den Jack Russell Terrier dazu zu motivieren, die Rangordnung innerhalb der Familie infrage zu stellen und neu auszufechten.

Um Machtspielchen mit dem Hund zu vermeiden, sollte sich der Besitzer immer intensiv mit dem Hund beschäftigen und ihm keinesfalls die Führungsposition überlassen – ein Jack Russell Terrier würde diese Situation sofort erkennen und für sich ausnutzen. Ein Jack Russell Terrier ist nicht gerne alleine, daher sollte er möglichst nicht über einen längerne Zeitraum sich selbst überlassen werden. Am wohlsten fühlt sich ein Jack Russell Terrier in einer größeren Wohnung oder einem Haus mit Grundstück. So kann er seinen Bewegungsdrang im Garten ausleben.

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Die kleinen Kraftpakete brauchen viele körperliche und geistige Herausforderungen. Der Jack Russell Terrier ist ein großer Bällchen-Freund. Er kann stundenlang apportieren und bringt alles, was geworfen werden kann, zuverlässig zurück. Zudem buddelt er gerne. Ihn also nicht nur auf der Wiesen, sondern auch mal im Sand spielen zu lassen, ist für den kleinen Jack Russell Terrier ein riesengroßes Vergnügen. Im heimischen Garten muss jedoch aufgepasst werden, dass er Blumen, Bäumchen und Sträucher möglichst an Ort und Stelle belässt. Er würde sonst auch diese rücksichtslos ausgraben. Je mehr Aufgaben ihm sein Besitzer stellt, desto besser lässt sich das Verhalten des Hundes positiv beeinflussen. Hundeschulen* oder -trainer können dabei helfen, passende Übungspläne zu erstellen, die der Leistung und der Motivations des Hundes angepasst sind. Wer sich gemeinsam mit dem Hund sportlich betätigen möchte, dem sei Agility, Mantrailing oder Dog Dancing ans Herz gelegt.

Tipp: Jack Russell Terrier sind wie nahezu alle Hunde bestechlich. Eine konsequente und erfolgreiche Erziehung gelingt an besten nach dem Belohnungsprinzip. Gute Ergebnisse werden mit einem gesunden Leckerli* belohnt, Fehlverhalten wird ignoriert und mit Worten (!) gemaßregelt.

Ausgewogene und gesunde Ernährung für Jack Russell Terrier

Da der Jack Russell Terrier ein sehr aktiver, bewegungsfreudiger und trotz seiner kompakten Größe sehr muskulös ist, benötigt er ein gutes, proteinreiches und ausgewogenes Futterkonzept. Wie alle Hunde, ist auch der Jack Russell Terrier hauptsächlichein Fleischfresser, der seine Mahlzeiten gerne mit pflanzlichen Proteinen aufwertet (carni-omnivore). Da der Jack Russell Terrier ein echtes Energiebündel ist und Nährstoffe entsprechend schnell verarbeitet, sollte das Hauptfutter schwerpunktmäßig aus Fleisch bestehen. Gemüse, Obst und geringe Mengen an Getreide können und sollten ergänzend gefüttert werden.

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Nassfutter, Trockenfutter oder Barfen?

Theoretisch ist beim Jack Russell Terrier jedes Futterkonzept möglich. Bei einem Welpen empfiehlt es sich, zunächst das Futter zu geben, das auch der Züchter verabreicht hat. So wird sichergestellt, dass er es auch gut verträgt. Sicherlich gibt ein seriöser Züchter dem Welpen auch Futter für die ersten Tage mit. Dies ist perfekt auf die Bedürfnisse des heranwachsenden Hundes abgestimmt und versorgen ihn mit allen wichtigen Nährstoffen, die er für seine Entwicklung braucht. 

Wenn das Futter nach einer Weile umgestellt werden soll, sollte dies langsam erfolgen (im besten Fall über mehrere Wochen), damit sich der kleine Körper an das neue Futter gewöhnen kann. Wichtig ist jedoch, dass der Welpe bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres mit Welpenfutter gefüttert wird.

Das Futter sollte zunächst viermal täglich gereicht werden, ab dem vierten oder fünften Lebensmonat reichen drei Portionen pro Tag vollkommen aus. Ab einem Alter von ca. sechs bis sieben Monaten reichen zwei Mahlzeiten pro Tag aus, um den Hund optimal zu versorgen. Nach einem Jahr kann dann auf Adult-Futter und zwei Portionen pro Tag umgestellt werden. 

Jack Russell Terrier sind ziemlich wählerisch, daher ist es möglich, dass er das eine oder andere Futter ablehnt, um ein alternatives Menü angeboten zu bekommen. Natürlich kann der Jack Russell Terrier auch gebarft und somit besonders natürlich gefüttert werden.

Die jeweilige Futtermenge richtet sich nach der gewählten Futterart und den Entwicklungsstand des Hundes. Hier ist auf die Angaben des Herstellers zu achten. Um sich einen Überblick zu verschaffen, lohnt es sich, den Kalorienbedarf des Hundes zu ermitteln, danach kann die Futtermenge individuell bestimmt werden. Fachkundige Tierärzte haben hierfür eine einfache Formel entwickelt, die den täglichen Bedarf an Kalorien des Hundes im Ruhezustand schnell errechnet.

Die Formel lautet: (Körpergewicht des Hundes in kg X 30) + 70 = RER*
(RER steht für „resting energy requirements“, also den Kalorienbedarf für einen Hund ohne körperliche Aktivitäten.)

Dieser Wert wird mit einem Faktor multipliziert, der sich aus dem Alter und dem Grad der Aktivität des Hundes ergibt:

  • Erwachsener Hund, normale Aktivität = Faktor 1,8
  • Erwachsener Hund, hohe Aktivität = Faktor 2,0
  • Welpe, jünger als vier Monate = Faktor 3,0

Ein Rechenbeispiel: Der Jack Russell Terrier ist erwachsen, wiegt 5 kg und wird normal beschäftigt, ist also körperlich gut ausgelastet, aber nicht überfordert.

(5 X 30) + 70 = 220 kcal (Kalorienbedarf im Ruhezustand)
220 kcal X Faktor 1,8 = 396 kcal Tagesbedarf

Anhand des ermittelten Kalorienbedarfs lässt sich jede Futtermenge von jedem Hersteller genau berechnen – sowohl beim Nass- oder Trockenfutter als auch beim Barfen und bei Mischfütterung.

Im Zweifel ist es sinnvoll, einen Ernährungsberater für Hunde oder den Tierarzt zu befragen. Beide können klare Empfehlungen aussprechen und auch bei der Auswahl der optimalen Futtermittel behilflich sein.

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Mit diesen Kosten ist beim Jack Russell Terrier zu rechnen

Wer sich einen reinrassigen Jack Russell Terrier von einem seriösen Züchter anschaffen möchte, sollte mit 1.000 bis 1.800 Euro für den Welpen rechnen. Ein guter Züchter wird die kleinen Nachwuchs-Terrier mit gutem Futter aufwachsen lassen. Zudem sind die Hunde bei der Abgabe geimpft, entwurmt und gechipt. Vereinszüchter lassen die Welpen zusätzlich begutachten und fordern die entsprechenden Ahnentafeln an.

Wer auch bereit ist, sich einen erwachsenen Jack Russell Terrier ins Haus zu holen, ist beim Tierschutzverein oder auch bei Menschen, die den Hund aus privaten Gründen abgeben müssen, gut aufgehoben. Hier können die Preise stark schwanken, einige hundert Euro sind jedoch sehr wahrscheinlich.

Zudem wird eine Grundausstattung für den Hund benötigt. Ein kuscheliges Schlafbettchen*, eine Transportbox fürs Auto, ein paar Spielsachen, Futter- und Wassernapf und natürlich Futter für die ersten Wochen müssen eingeplant werden. Ebenso wird ein robustes, strapazierfähiges Geschirr* mit passender Leine* benötigt. Hier sind Kosten zwischen 200 bis 300 Euro absolut realistisch. Der Futterbedarf eines Jack Russell Terriers lässt sich mit 1 bis 2 Euro pro Tag veranschlagen – je nach Futterkonzept.

Gleichzeitig sollte regelmäßig etwas Geld für laufende Kosten zurückgelegt werden. Tierarztbesuche, Hundeschule*, Hundesteuer und eventuelle Kranken- und Haftpflichtversicherungen* für den Hund sind hier einzukalkulieren.

So bleibt der Jack Russell Terrier gesund und munter

Der Jack Russell Terrier gilt als robust und widerstandsfähig. Rassetypische Krankheiten sind häufig auf Überzüchtung oder einen vorbelasteten Genpool zurückzuführen. Die folgenden aufgeführten Krankheiten treten zwar bei Jack Russell Terriern gelegentlich auf, sind aber nicht zwingend zu erwarten und eher selten.

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Myelopathie: Hierbei handelt es sich um eine Erbkrankheit, die das Rückenmark und das zentrale Nervensystem betrifft. Im Verlauf kommt es zu einer breitbeinigen (Fehl)Stellung der vorderen und hinteren Beine. Zudem kann es zu Muskelzittern kommen.

Atopie: Atopie ist eine allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsbestandteile oder Umwelteinflüsse, die eine zu hohe Histaminausschüttung auslöst. Atembeschwerden wie Asthma, Darmentzündungen oder Hautausschläge sind Anzeichen für diese Krankheit.

Dermatophytose: Bei einer Dermatophytose handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die durch Stress, ein Trauma oder vorangegangene Krankheiten ausgelöst werden kann. Schuppenbildung, Hautverkrustungen oder auffälliger Haarausfall und Entzündungen mit Juckreiz können Symptome sein, die auf eine Dermatophytose hinweisen.

Grauer Star: Grauer Star (auch Katarakt genannt) kommt gerade bei älteren Jack Russel Terriern häufiger vor. Hierbei handelt es sich um eine milchige Eintrübung der Linse im Auge. Diese Krankheit kann operativ behandelt werden, führt ansonsten im Laufe der Zeit zur Erblindung.

Patella-Luxation: Bei der Patella-Luxation lässt sich die Kniescheibe verschieben. Da dies sehr schmerzhaft sein kann, beginnt ein betroffener Hund meistens auf drei Beinen zu laufen, um das kranke Bein zu entlasten. Es handelt sich hierbei um eine Erberkrankung, die operativ behandelt werden kann.

Taubheit: Jack Russell Terrier, die (fast) ausschließlich weißes Fell haben, sind manchmal taub. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Gendefekt, der bei vielen weißen Tieren auftritt.

Grundsätzlich gilt: Sobald der Jack Russel Terrier Anzeichen irgendeiner Krankheit aufzeigt, sollte er unbedingt einem Tierarzt* vorgestellt werden. Die kleinen Powerpakete sind zwar sehr stark und zäh, dennoch sollte der Allgemeinzustand und das Verhalten immer gut beobachtet werden. 

Pflege im Alltag

Bei der Fellpflege gibt es nicht viel zu beachten, denn das kurze, anliegende und stichelhaarige Fell ist sehr pflegeleicht. Gelegentliches Bürsten entfernt gelöste Haare und ist ein kleines Wohlfühlprogramm für den Jack Russell Terrier. Zudem fördert die Fellpflege die Bindung zum Besitzer. Krallen, Zähne, Zahnfleisch und Augen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Bei Auffälligkeiten sollte der Tierarzt konsultiert und befragt werden. Zahnpflegeprodukte in Form von Leckerlis* oder Kaustangen helfen dabei, Zahnstein und Mundgeruch zu minimieren.

Ein Hund, der nach seinem Herrchen benannt worden ist

Der Jack Russell Terrier verdankt seinem Namen dem britischen Pfarrer John „Jack“ Russell (* 12. Dezember 1795 in Dartmouth, Devon, England; 28. April 1883). Er lebte in England, war passionierter Fuchsjäger und züchtete selbst Fox Terrier. Im Jahr 1819 kaufte er sich während seines Studiums eine neue, zierliche und wendige Terrierhündin namens „Trump“. Sie gilt als Stammmutter der Russell 1 Terrier. Das Zuchtziel von Pfarrer John Russell war es, kleine charakterstarke Terrier zu züchten, die als Arbeitsterrier in der Lage waren, Füchse bis in den Bau zu verfolgen. Gleichzeitig sollten sie aber auch schnell genug sein, um mit den Fox Terriern mitzuhalten. Pfarrer John Jack Russell gilt auch als Namensgeber für die Parson Russell Terrier, die etwas größer sind als die Jack Russell Terrier.

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Um 1880 kamen die Jack Russell Terrier auch nach Australien. Sie gelten als direkte Nachkommen der Russell 1. Die Hunderasse gelangte aufgrund seiner kompakten Größe auf diesem Kontinent zu besonderer Beliebtheit und wurde bevorzugt gezüchtet. Auch hier wurde der Jack Russell Terrier hauptsächlich zur Fuchsjagd eingesetzt. 1972 wurde der erste „Jack Russell 1 Terrier Club of Australia“ gegründet. Doch erst im Jahr 1991 wurde der niederläufige Terrier als eigenständige Rasse anerkannt. Obwohl die ersten Russell Terrier 1 in England beheimatet war, waren es die Australier, die der neuen Rasse einen Standard, der bis heute gilt, zuordneten. Seit dem Jahr 2000 ist die Rasse international der FCI-Gruppe 3, Sektion 2 zugeordnet. Jack Russell Terrier werden in den Farben Weiß-Schwarz, Weiß-Rot und in Tricolor gezüchtet.