Akita Inu

Wesen:

Schlau 

Gelassen

Selbstbewusst

Größe: Groß

Höhe: 58-70 cm

Gewicht: 32-59 kg

Lebenserwartung: 10-15 Jahre

Felltyp: Mittelhaar

Farben: Weiß, Sesam, Rotsandfarben, Stromung

FCI Gruppe: Spitze – Hunde vom Urtyp

Der Akita Inu (auch Akita Ken oder Japanischer Akita genannt) ist eine japanische Hunderasse, die auch in Europa und dem Rest der Welt immer mehr an Popularität gewinnt. Er wird im Fédération Cynologique Internationale (FCI) in der Kategorie „Asiatische Spitze und verwandte Arten“ geführt. Durch sein ruhiges und ausgeglichenes Wesen eignet sich der Akita Inu hervorragend als Familien-, Gebrauchs- und Begleithund. Da er einen hohen Bewegungsdrang hat, eignet er sich besser für ein Haus mit Garten als für eine kleine Stadtwohnung.

Rüden erreichen ausgewachsen eine Schulterhöhe von 64 bis 70 cm und ein Gewicht von 40 bis 50 kg (in Einzelfällen bis zu 59 kg). Hündinnen bleiben mit 58 bis 64 cm und einem Gewicht von 32 bis 45 kg etwas kleiner als ihre männlichen Artgenossen. Mit seiner muskulösen Statur und seinem dichten, plüschigen Fell wirkt der Akita Inu imposant und kraftvoll. Sein liebenswürdiges Aussehen verdankt er unter anderem seiner tiefen Stirnfurche und seinen dreieckigen Stehohren. Wer sich viel mit dem Akita Inu beschäftigt, ihn gut ausbildet und ihm täglich viel Bewegung zugesteht, der findet in ihm einen sanften, achtsamen und treuen Wegbegleiter. Der Akita Inu hat eine Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahre.

Im Film „Hachiko“ (der auf wahren Begebenheiten basiert) spielt neben Richard Gere ein Akita Inu die Hauptrolle. Der Blockbuster hat die innige Verbindung zwischen Mensch und Hund perfekt dargestellt. Der Hund hat sein Herrchen in den 1920er- und 1930er-Jahren jeden Tag zum Bahnhof begleitet, wenn dieser zur Arbeit fuhr. Dort wartete er brav und geduldig, bis sein Besitzer abends zurückkam. Als dieser eines Tages starb, wartete der Hund weitere neun Jahre lang am Bahnhof – bis er schließlich selbst verstarb. Viele Menschen hatten versucht, ihm ein neues Heim zu schenken, doch er ließ sich nicht vom Bahnhof wegbewegen. So haben ihn die Anwohner regelmäßig mit Futter und Wasser versorgt.

Heute steht an genau diesem Bahnhof ein kleines Denkmal, das an diesen wunderbaren und fürsorglichen Akita Inu erinnert.

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Wesen & Charakter

Der Akita Inu gilt allgemein als sehr intelligent, wachsam, gelehrig, selbstbewusst und gutmütig.
Er hat seinen Besitzer gerne für sich alleine, daher bleibt er lieber der einzige Hund im Haus – Ausnahmen bestätigen hier natürlich die Regel. Wenn die Anschaffung mehrerer Hunde geplant ist, so sollten diese bereits im Welpenalter vergesellschaftet werden. Da der Akita Inu einen ausgeprägten Jagd- und Schutztrieb hat, sollte der Hund entsprechend trainiert und geschult werden. Es wäre vorteilhaft, wenn ein neuer Halter bereits Hundeerfahrung mitbringt. Als Anfängerhund ist diese Hunderasse eher nicht geeignet. Wächst der Akita Inu in einem Familienverbund auf, so akzeptiert er auch Kinder. Fremden Menschen steht er durchaus freundlich, aber mit einer gewissen Skepsis gegenüber.

Der Akita Inu braucht viel Auslauf und Beschäftigung, da ihm sonst schnell langweilig wird. Selbst bei den Welpen ist bereits zu erkennen, dass dieser eigenständige Entscheidungen trifft. Er reagiert nicht nur auf Anweisungen seines Besitzers, sondern sucht selbst nach Lösungen und probiert sich aus. Diese Wesenszüge verstärken sich im Laufe des Erwachsenwerdens und prägen sich aus. Sie können durch eine gute Erziehung und ein intensives Training nicht unterdrückt, aber gut kontrolliert und gesteuert werden. Hier ist ein gesundes Gleichgewicht zwischen Belohnung und Konsequenz unbedingt erforderlich. Nur so wird der Akita Inu seinen Halter als Rudelführer anerkennen.

Erziehung & Training

Eine solide Erziehung ist beim Akita Inu unerlässlich. Da der Hund sehr durchsetzungsstark und eigenständig ist, braucht er klare und unmissverständliche Kommandos. Der Halter muss somit selbstsicher auftreten und in der Lage sein, sich gegen einen willensstarken Hund zu behaupten. Der Akita Inu ist klug und ein echter Stratege. Kommandos, die ihm nicht schlüssig oder sinnvoll erscheinen, wird er nicht befolgen. Ihm lustige Tricks und Kunststücke beibringen zu wollen, ist vergebene Liebesmühe.

Er braucht Anweisungen, die zu seinem selbstbewussten Wesen passen. Er lernt schnell, verweigert aber jede Aufgabe, die ihm nicht sinnvoll erscheint. Wichtig! Die Erziehung des Akita Inu darf nur mit positiven Konditionierungen erfolgen. Der Hund verträgt durchaus eine gewisse (für ihn nachvollziehbare) Strenge, aber definitiv keine Härte. Mit Bestrafungen wird eher das Gegenteil des gewünschten Verhaltes erzielt. 

Der Akita Inu ist trotz ihres imposanten Erscheinungsbildes sehr sensibel. Wer es versteht, sich auf den Hund einzulassen, ihn für positive Verhaltensweisen belohnt und unerwünschtes Verhalten mit Geduld und sanfter Maßregelung unterbindet, der kann ihm weit mehr als nur die Grundkommandos beibringen. Der Besuch einer Hundeschule* ist auf jeden Fall ratsam und sinnvoll.

Der Akita Inu entwickelt eine sehr enge Bindung zu ihrer Bezugsperson, geht aber bei anderen Menschen und Artgenossen auf Distanz. Um dem enormen Bewegungsdrang der Hunde gerecht zu werden, braucht er viel Bewegung an der frischen Luft. Lange Strecken sind für ihn überhaupt kein Problem. Wenn es die Begebenheiten erlauben, genießt der Hund auch das Toben im heimischen Garten.

Der Akita Inu braucht sehr viel Bewegung. Sportliche Aktivitäten sind für den Akita Inu ein Genuss. Er liebt es, sich richtig auspowern zu können, daher kommen für ihn zahlreiche Aktivitäten infrage. Als Begleithund steht er seinem Halter auch zu Pferd oder auf dem Fahrrad zur Seite. Ob Joggen, Wandern oder ausgedehnte Spaziergänge – der Hund hält locker mit. Da der Akita Inu neben seinem Jagd- auch einen ausgeprägten Schutzinstinkt hat, sind Begegnungen mit anderen Hunden manchmal eine Herausforderung. Er ist nicht aggressiv, wird seinen Besitzer aber immer beschützen wollen. Ein solides Erziehungsprogramm ist daher unverzichtbar.

Wer mit seinem Akita Inu Hundesport betreiben möchte, kann mit Dogtrekking oder Mantrailing viel erreichen. Durch seinen Jagdinstinkt sind Suchspiele genau das Richtige für ihn. Auch Agility ist möglich – hier kann es jedoch sein, dass der Hund das eine oder andere Kommando im Parcours verweigert, weil er es in diesem Moment für sinnlos hält. Mit seinem muskulösen Körper kann der Akita Inu auch als Schlittenhund eingesetzt werden – doch auch hier hängt der Erfolg ganz von der Laune des Hundes ab. DogDancing hingegen wird der Akita Inu sehr wahrscheinlich komplett verweigern.

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Die richtige Ernährung

Der Akita Inu stellt besondere Anforderungen an das Futter, da er sehr häufig zu Futtermittelallergien neigt. Um den hohen Ansprüchen gerecht werden zu können, sollte sich der Halter intensiv mit passenden Nahrungskonzepten auseinandersetzen. Je hochwertiger das Futter ist, desto besser wird er es vertragen. Dies fördert natürlich auch die Gesunderhaltung. Akita Inu-Welpen sollten zunächst mit dem Futter weitergefüttert werden, das auch der Züchter angeboten hat. Züchter greifen meistens zu besonders guten Futtermitteln, damit die Welpen gesund aufwachsen, bevor sie zu ihrem neuen Besitzer ziehen.

Eine gezielte Futterumstellung sollte unbedingt sehr langsam erfolgen. Zwischen 6 und 12 Monate können hier eingeplant werden. Wird zu schnell auf ein anderes Futter umgestellt, reagiert der Hund häufig mit Magen-Darm-Problemen. Ein Akita Inu eignet sich hervorragend, um gebarft zu werden. Je natürlicher das Futter ist, desto besser wird es angenommen und vertragen. 

Doch auch qualitativ hochwertiges Nass- oder Trockenfutter kann dem Akita Inu gegeben werden. Hier ist Ausprobieren notwendig, denn der Hund ist ein anspruchsvoller & wählerischer Gourmet. Nicht alles was ihm vorgesetzt wird, nimmt er auch an. Entscheidend ist eine proteinreiche, möglichst naturbelassene Ernährung. Ein Akita Inu-Welpe sollte 3 bis 5 mal am Tag gefüttert werden. Bei erwachsenen Hunden reichen 2 bis 3 Portionen am Tag vollkommen aus.

Tipp: Wertvolle Omega-Fettsäuren sind in verschiedenen Pflanzenölen enthalten und eine wunderbare Ergänzung zum täglichen Futter. Sie können eventuellen Hauterkrankungen entgegenwirken und fördern die Heilung beim Akita Inu. Auch bei den Leckerlis für das Training und zur Belohnung sollte nur zu gesunden, natürlichen Produkten wie z.B. einem Bontony Hähnchenbrustfilet* gegriffen werden. Trockenfleisch und zuckerfreie Leckerlis entsprechen am besten den Bedürfnissen des Hundes.

Kosten für Anschaffung & Haltung

Da der Akita Inu nicht zu dem sogenannten „Modehunden“ gehört, ist die Zahl der Züchter begrenzt. Teilweise werden sogar Wartelisten geführt. Für einen Welpen ist mit einem Anschaffungspreis von 1.500 bis 2.500 Euro zu rechnen. Teilweise werden für besonders ausdrucksstarke Akita Inu-Welpen auch Preise bis zu 3.000 Euro aufgerufen.

Für die Erstausstattung sollten zwischen 200 und 300 Euro einkalkuliert werden. Neben einem gemütlichen, stabilen Hundebett* ist ein robustes Geschirr* und eine strapazierfähige Leine notwendig. Um dem starken Bewegungsdrang des Akita Inu nachkommen zu können, ist eine widerstandsfähige Schleppleine* sinnvoll.

Da der Akita Inu einen hohen Anspruch an das Futter stellt, ist hier mit etwas höheren Kosten als bei anderen Rassen zu rechnen. Ferner kann überlegt werden, ob eine Hundehaftpflicht* und eine Hundekrankenversicherung* abgeschlossen werden sollte. Beide können im Bedarfsfall bares Geld einsparen. Bei der Hundekrankenversicherung* ist es wichtig, vorher abzuklären, ob auch rassetypische Krankheiten abgedeckt sind. 

Hier unter scheiden sich die Angebote der Versicherungsunternehmen deutlich. Auch für regelmäßige Kontrollbesuche beim Tierarzt sollte immer ein gewisser Betrag einkalkuliert werden. Werden alle anfallenden Kosten auf einen Tag heruntergerechnet, ist ein Akita Inu mit ca. 3 bis 4 Euro pro Tag bestens versorgt.

Natürlich muss der Hund auch bei der Stadt gemeldet und versteuert werden. Die jährliche Hundesteuer fällt je nach Bundesland, Gemeinde und Kommune unterschiedlich aus. Die Kosten belaufen sich auf 50 bis 150 Euro, wenn der Akita Inu als Ersthund geführt wird.

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Gesundheit & Pflege

Das Fell des Akita Inu ist sehr dicht und recht grob. Durch die weiche Unterwolle ist der Hund bei allen Witterungsbedingungen bestens geschützt. Trotz des dicken Fellkleides ist die Pflege des Akita Inus rechtunkompliziert. Regelmäßiges Büsten ist eher ein Wohlfühlprogramm als dringend erforderlich. Beim Fellwechsel ist das Bürsten mit einer Spezialbürste* jedoch eine willkommene Unterstützung. 

Durch die Struktur des Fells ist es weitestgehend selbstreinigend und ohne Verfilzungen. Baden ist somit nur erforderlich, wenn der Akita Inu stark verschmutzt ist oder es eine medizinische Anweisung des Tierarztes gibt (z. B. bei Milbenbefall). Die regelmäßige Kontrolle der Haut, Augen, Ohren und Lefzen sollte grundsätzlich zur Routine gehören. 

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Gibt es rassetypische Krankheiten?

Der Akita Inu neigt zu verschiedenen Krankheiten, die genetisch veranlagt sind. Bei der Sebadenitis handelt es sich um eine juckende Entzündung an den Talgdrüsen der Haut. Im Laufe der Zeit werden die Talgdrüsen komplett zerstört. Die Ursache für diese Hautkrankheit ist noch nicht genau ermittelt. Es wird vermutet, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt. Sebadenitis tritt häufig im Zusammenhang mit Magen-Darm-Problemen und Futtermittelallergien auf. Aufgrund seiner Größe und seiner muskulösen Statur kommt es bei einigen Tieren auch zur Hüftdysplasie, einer Fehlbildung im Hüftgelenk.

Bei japanischen Hunden ist Mirkozytose eine häufig auftretende Krankheit – so auch beim Akita Inu. Hierbei handelt es sich um einem Eisen- und Kupfermangel. Es ist eine Erbkrankheit, bei der die roten Blutkörperchen zu klein sind. Dadurch ist die Sauerstoffversorgung des gesamten Oranismus gestört. Ferner sind beim Akita Inu häufig unterschiedliche Haut- und Futtermittelallergien zu verzeichnen.

Es empfiehlt sich, den Züchter zu befragen, ob es bei Tieren im Stammbaum des Welpen Erbkrankheiten gab. Grundsätzlich ist es ratsam, den Akita Inu regelmäßig von einem Tierarzt untersuchen zu lassen. So können eventuelle Veränderungen schneller erkannt und behandelt werden. Bei Auffälligkeiten der Haut, des Bewegungsapparates oder auch des Wesens (Apathie, Futterverweigerung, etc) versteht es sich von selbst, dass ein Tierarzt umgehend konsultiert werden muss.

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Herkunft & Geschichte

Eine genaue Historie der Hunderasse Akita Inu lässt sich nicht nachvollziehen. Dennoch gibt es Hinweise, dass es diese bzw. artverwandte Rassen schon sehr lange gibt. Es wurden Tonfiguren aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. ausgegraben, die dem Akita Inu sehr ähnlich waren. Damit gehört der Akita Inu mit zu den ältesten Hunderassen überhaupt. Konkrete, nachvollziehbare Vorfahren des Akita Inu waren etwas kleiner als der heutige Standard. 

Zudem ist bekannt, dass sich die Hunde perfekt den Lebensbedingungen angepasst haben. So waren die Hunde im Norden Japans etwas größer als in den südlichen Regionen. Seinen Namen verdankt der Akita Inu übrigens der Provinz Akita auf der japanischen Insel Honshu, auf der der Hund beheimatet war. So beliebt und verbreitet der Akita Inu in Asien auch war, kam er dennoch erst nach den 1950er-Jahren nach Europa und Amerika. Bis zu diesem Zeitpunkt herrschte ein strenges Exportverbot für diese Hunderasse.

Der Weg bis zum heutigen Rassestandard war aber noch weit. Bis zum Jahr 1999 wurden zwei verschiedene Arten Akita Inus miteinander gekreuzt – ein Hund mit japanischen Wurzeln und eine Variation des mittlerweile etablierten amerikanischen Akita Inu. Seit dem Jahr 2000 werden diese Hunde als zwei eigenständige Rassen beim FCI geführt. Der Akita Inu ist in den Farbschlägen Rot-falbfarben, Sesam, Weiß und Gestromt anerkannt. Als Urachiro (auch Urajiro) wird die hübsche Fellzeichnung benannt, die einige Farbschläge beim Akita Inu vorweisen. Dabei sind die weißlichen Haare am Hals, Kinn, seitlich am Fang, im Bereich der Brust, der Unterseite des Körpers und der Innenseiten der Läufe gemeint.