Hund optimal füttern: Der beste Zeitpunkt für die Abendmahlzeit

Wenn es nach Deinem Hund ginge, könnte er wahrscheinlich ständig fressen. Für die meisten Hunde ist die Fütterung die tollste Zeit des Tages. Einige müssen allerdings auch zum Fressen „überredet“ werden. Doch auch für anspruchsvolle Hunde ist es wichtig, regelmäßig und hochwertig gefüttert zu werden. Wann also solltest Du Deinen Hund füttern, damit er nachts gut durchschläft und sich nicht lösen muss?

Die Frage ist nicht mit einer klaren Uhrzeit zu beziffern, denn der Tagesrhythmus Deines Hundes hängt von Deinen persönlichen Lebensgewohnheiten ab. Jeder Hund ist in der Lage, sich an den Tagesablauf seines Halters anzupassen. Bist Du also ein Frühaufsteher, dann wirst Du ihm die Abendmahlzeit früher geben als ein Mensch, der die Nacht gerne zum Tag macht und dafür morgens länger schläft.

Für Deinen Hund ist das kein Problem. Wichtig ist jedoch, dass eine gewisse Routine eingehalten wird. Die Fütterungszeiten müssen nicht auf die Minute eingehalten werden, doch die Abstände zwischen den Mahlzeiten sollten dem Alter und den Bedürfnissen des Hundes angepasst sein. Ein geregelter Futterplan macht Deinen Hund nicht nur satt, er trägt auch entscheidend zur Gesundheit Deines Hundes bei.

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Bei der perfekten Ernährung eines Hundes scheiden sich die Geister. Dennoch gibt es ein paar Richtlinien, die für nahezu alle Fütterungskonzepte gelten und sich bewährt haben. Grundsätzlich gilt zunächst, dass Dein Hund möglichst artgerecht, ausgewogen und qualitativ hochwertig gefüttert werden sollte. So sorgst Du für sein Wohlbefinden und seine Gesunderhaltung.

Wann Du Deinen Hund füttern solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eins ist vollkommen klar: Was Dein Hund vorne aufnimmt, kommt irgendwann auch hinten wieder raus. Damit Du und Dein Hund eine geruhsame Nacht erleben können, ist der Zeitpunkt für die Abendmahlzeit Deines Hundes also von entscheidender Bedeutung.

Als ideal gilt es, einen erwachsenen Hund zweimal täglich zu füttern – eine Mahlzeit morgens, eine Mahlzeit am Abend. Alternative Futterkonzepte mit mehreren Mahlzeiten pro Tag oder auch nur einer einzigen Portion für den kompletten Tagesbedarf des Hundes sind durchaus möglich, werden aber nur unter bestimmten Voraussetzungen praktiziert.

Natürlich sind Welpen hier noch ausgenommen. Die Kleinen können noch nicht so viel Futter aufnehmen und verarbeiten, daher benötigen sie in den ersten Lebensmonaten vier bis sechs Mahlzeiten pro Tag. Je nach Entwicklung und Rasse können die Portionen ab dem vierten Monat auf drei und ab dem sechsten Monat auf zwei Portionen reduziert werden.

Dies sind natürlich keine allgemeingültigen Werte, aber eine durchaus hilfreiche Orientierung. Am besten lässt Du Dich vom Züchter oder Deinem Tierarzt beraten, auf wie viele Mahlzeiten Du das Futter Deines Hundes aufteilen solltest und wann Du die Futtermengen vergrößern und damit die Anzahl der Portionen reduzieren kannst. Deinen Hund zu füttern ist also eine verantwortungsvolle Aufgabe, die Deine Disziplin und Aufmerksamkeit erfordert.

Auf die Rasse kommt es an - kleine und große Hunde füttern

Kleine und mittelgroße Hunderassen kommen gut und gerne mit zwei Futterportionen pro Tag aus, doch hier bleibt es letztendlich dir überlassen, auf wie viele Rationen Du den Tagesbedarf aufteilst. Bei großen Hunden und Rassen mit besonders tiefem Brustkorb ist es jedoch von entscheidender Bedeutung, wie oft und wann Du Deinen Hund füttern solltest. Große Hunde neigen gelegentlich zu Magendrehungen. Dies kann sehr gefährlich, sogar tödlich für Deinen Hund enden. Zunächst ein kurzer Blick in das Verdauungssystem Deines Hundes, um zu verstehen, wie Dein Hund das Futter aufnimmt und verarbeitet.

So funktioniert die Verdauung Deines Hundes

Der Verdauungsapparat eines Hundes unterscheidet sich kaum von dem des Menschen. Die Nahrung wird über das Maul aufgenommen und wird über die Speiseröhre in den Magen geleitet. Da Hunde jedoch kaum kauen, gelangt das Futter nahezu unvorbereitet im Magen. Dort wird die Nahrung mit Magensäften vermengt und zersetzt. Dabei entsteht ein Futterbrei, der in kleinen Portionen über den Magenausgang in den Dünndarm weitergeleitet wird. Der Dünndarm leistet Hochleistungsarbeit.

Verdauungsenzyme (von Galle und Bauchspeicheldrüse) spalten das Futter auf und bauen Proteine, Fette und Kohlenhydrate ab. Die Leber wiederum ist verantwortlich für die Verstoffwechselung der verschiedenen Nährstoffe. Hier werden Vitamine gespeichert und verwertet, gleichzeitig werden Giftstoffe abgeleitet. Im Dünndarm findet also der Hauptteil der Verdauung statt. Was dann noch an Nahrungsresten übrig bleibt, landet im Dickdarm und wird über den After ausgeschieden.

Der gesamte Prozess von der Nahrungsaufnahme bis zum Ausscheiden nimmt zwischen 24 und 36 Stunden in Anspruch. Dabei verbleibt das Futter bis zwischen zwei und acht Stunden im Magen, ein bis zwei Stunden im Dünndarm. Im Dickdarm „lagern“ die Nahrungsreste dann bis zu 24 Stunden. Wenn Du Deinen Hund fütterst, wird also immer nachgeschoben. Das, was er absetzt, sind die Reste des Futters von gestern.

Empfehlung: Im 12-Stunden-Takt den Hund füttern

Wichtiger als die Uhrzeit ist viel mehr der Abstand zwischen den Mahlzeiten. Bei einem erwachsenen Hund und zwei Mahlzeiten pro Tag solltest Du die beiden Portionen im Abstand von zwölf Stunden gegeben werden. Fütterst Du ihn beispielsweise morgens um 8 Uhr, dann sollte er seine Abendration gegen 20 Uhr bekommen. Ein gemütlicher Spaziergang im Anschluss wird Euch beiden guttun.

Sollten zwischen der letzten Fütterung und der Nachtruhe noch ein paar Stunden vergehen, dann gib Deinem Hund unmittelbar bevor Du schlafen gehst noch einmal die Möglichkeit, sich zu lösen – nur kurz vor die Tür, keine große Runde mehr. Mit diesem Konzept kannst Du abends Deinen Hund füttern und brauchst Dir keine Sorgen zu machen, dass er sich in der Nacht auf Deinem Teppich im Wohnzimmer Erleichterung verschafft.

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Die lauernde Gefahr bei großen Rassen: Magendrehung

Sicherlich möchtest auch Du Deinen Hund füttern, ohne Dir Sorgen machen zu müssen. Einige Hunde neigen zu Magendrehungen. Daher ist es wichtig, sich bei großen Hunderassen und Hunden mit besonders tiefer Brust an geeignete Fütterungszeiten zu halten. Natürlich können auch kleine und mittelgroße Hunde eine Magendrehung bekommen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch deutlich geringer – wenn, dann sind es meisten ältere Tiere. Die genauen Gründe, die zu einer Magendrehung führen, sind noch nicht vollständig erforscht. Doch es gibt Hinweise, die mögliche Ursachen recht plausibel erklären.

Bei großen Hunderassen sind die Bänder, an denen der Magen im Organismus aufgehängt sind, sehr locker. Hunde, die nur einmal am Tag gefüttert werden, tragen ein größeres Risiko als Hunde, die zwei- oder mehrmals am Tag gefüttert werden (Überfüllung des Magens, Aufgasung).

Bei älteren Hunden lässt zudem die Festigkeit des Bindegewebes nach. Eine weitere Ursache für eine Magendrehung können zu heftige Aktivitäten kurz nach dem Füttern sein. Bei Hunden, die nach dem Fressen gerne ruhen, ist dies relativ unproblematisch. Doch es gibt viele Hunde, die nach der Nahrungsaufnahme gerne so richtig aufdrehen.

Ist auch Dein Hund solch ein temperamentvoller Wildfang? Dann solltest Du versuchen, ihn etwas zu mäßigen. Eine Magendrehung ist sehr gefährlich und kann für einen Hund tödlich enden. Wenn Du den Verdacht hast, Dein Hund könnte an einer Magendrehung leiden, solltest Du unverzüglich zum Tierarzt gehen! Hier zählt wirklich jede Sekunde.

Anzeichen für eine Magendrehung:

  • stark aufgeblähter Bauch
  • verstärkter Speichelfluss
  • intensives Hecheln
  • Hund kann weder erbrechen noch Kot absetzen
  • Futterverweigerung
  • Atembeschwerden
Fazit: Wann Du Deinen Hund am Abend füttern möchtest, bleibt Dir überlassen. Die Zeiten richten sich letztendlich danach, wann Du morgens aufstehst und abends zu Bett gehst. Gib Deinem Hund die Möglichkeit, sich noch einmal zu lösen, bevor Du die Nachtruhe einläutest. Sollte sich Dein Hund am frühen morgen erbrechen und gelben Schleim ausspucken, dann ist dies ein Zeichen für einen leeren Magen und eine Überproduktion an Magensäure. Falls dies öfter passiert, kann es ratsam sein, dreimal am Tag zu Deinen Hund zu füttern. Achte auf einen gleichmäßigen Fütterungsrhythmus und auf sein Verhalten. Bei Auffälligkeiten solltest Du immer einen Tierarzt zurate ziehen.

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