Mein Hund frisst Erde und Gras – was hat das zu bedeuten?

Es ist schon eine merkwürdige Situation. Du gehst mit Deinen Hund spazieren – auf einmal bemerkst du – dein Hund frisst Erde und Gras. Oder bedient er sich einfach am frisch getrimmten Rasen in Deinem Garten? Da Hunde eigentlich hauptsächlich tierische Proteine fressen, ist dieses Verhalten zunächst befremdlich. Entwarnung! In den meisten Fällen ist das Fressen von Erde und Gras harmlos, dennoch hat dieses Verhalten natürlich eine Ursache. Diese gilt es zu ermitteln, damit Du Deinen Hund verstehst und bei Bedarf entsprechend handeln kannst.

Wenn Dein Hund Erde und Gras frisst, ist dies zunächst ein durchaus natürlich es Verhalten. Die Ursachen, die ihn dazu bringen, können sehr vielfältig sein.

Dazu gehören: 

  • Langeweile
  • Hund sucht nach Futter
  • Veränderte Ernährung & Futterumstellung
  • Stress
  • Zahnprobleme
  • Nährstoffmangel
  • Parasitenbefall
  • Zur Aktivierung der Darmtätigkeit
  • Zwangs- oder Verhaltensstörung
  • Um Giftstoffe zu binden

Wir Du siehst, sind die Gründe für das Fressen von Erde und Gras sehr unterschiedlich. Viele sind ungefährlich für Deinen Hund, andere erfordern Deine Aufmerksamkeit. Um zu erkennen, was Deinen Hund dazu bewegt, solltest Du ihn gut beobachten. Stelle zunächst fest, ob er nur gelegentlich aus Spaß Erde frisst und an Grashalmen knabbert oder ob er dieses Verhalten in regelmäßigen Abständen an den Tag legt. Wenn Du die Ursache nicht genau feststellen kannst, wäre es ratsam, einen Tierarzt zu diesem Thema zu befragen.

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Hund frisst Erde und Gras - Was ist zu tun wenn es dazu kommt?

Der Hauptgrund, warum manche Hunde Erde und Gras fressen, ist schlicht Langeweile. Der Hund fühlt sich nicht ausgelastet und sucht sich selbst eine Beschäftigung. Zudem gibt es Hunde, die so ziemlich alles fressen, was ihnen vor die neugierige Hundeschnauze kommt. Ist dem Hund langweilig, lässt er sich etwas einfallen, um sich zu unterhalten. In solch einem Fall bist Du als Hundehalter gefordert.

Wichtig ist, dass Du Dich viel mit Deinem Hund beschäftigst und ihm abwechslungsreiche Alternativen bietest. Nimm beim Spaziergang Leckerlis mit. Trainiere mit ihm Kommandos, und belohne ihn nach jeder erfolgreichen Übung. So kommt er unterwegs erst gar nicht auf die Idee, Erde zu fressen. Im heimischen Garten können ebenfalls Ballspiele und gezielte Trainingseinheiten den Hund geschickt ablenken – schließlich ist für den Hund nichts interessanter, als sich mit Dir zu beschäftigen.

Wenn Du Deinem Hund eine besondere Herausforderung bieten willst, kannst Du ihn mit einem Intelligenzspielzeug* ablenken und gleichzeitig seine mentalen Fähigkeiten fördern. Er wird sicherlich alles versuchen, um sich das versteckte Leckerli zu erarbeiten.

Hat das Fressen von Erde und Gras eine andere Ursache, solltest Du dieser natürlich auf den Grund gehen. Ein Gang zum Tierarzt ist anzuraten, denn wenn Dein Hund Probleme mit dem Verdauungsapparat hat oder mit Zahnproblemen oder Parasiten kämpft. Ein medizinischer Befund ist in diesem Fall hilfreich und beruhigend.

Hund frisst Gras, aber keine Erde?

Frisst Dein Hund nur Gras, interessiert sich aber nicht für Erde, kann dies darauf hinweisen, dass er etwas gefressen hat, das ihm nicht bekommt. Bei Magen- und Verdauungsbeschwerden frisst der Hund Gras, um Erbrechen auszulösen – ein ganz natürliches Verhalten. Die Ballaststoffe im Gras regen die Verdauung an und helfen dem Hund dabei, sich von schädlichen Futterbestandteilen zu lösen. 

Auch bei einem Nährstoffmangel neigen Hunde dazu Gras zu fressen. Besonders häufig fressen Hunde Gras, wenn sie mit Parasiten oder Würmern befallen sind. Wenn Dein Hund also öfter an der Wiese nagt, solltest Du mit ihm bei einem Tierarzt vorstellig werden, um sicherzustellen, dass er frei von Schädlingen ist.

Was ist zu tun, wenn mein Hund Erde und Holz frisst?

Dein Hund frisst nicht nur Erde, sondern auch Holz? Es liegt in der Natur des Hundes, zu knabbern. Es ist ein instinktives Verhalten, dass zunächst vollkommen normal ist. Dennoch solltest Du aufpassen, welches Holz von Deinem Hund bearbeitet und gefressen wird. Einige Holzarten können für Deinen Hund durchaus gefährlich werden.

Achte darauf, dass Dein Hund sich nicht mit Holz beschäftigt, das splittern könnte. Diese könnten sonst Maul, Rachen, Hals und die Speiseröhre verletzten. Die Splitter können sogar durch den Magen bis in den Darm wandern und Verletzungen und Entzündungen hervorrufen.

Das Holz von Giftpflanzen kann für Deinen Hund ebenfalls eine Gefahr darstellen. Erwischt Dein Hund einen Ast oder ein Stöckchen eines giftigen Strauchs oder Baums, solltest Du ihm sein „Spielzeug“ sofort wegnehmen. Zeigt Dein Hund nach dem Fressen eines Astes außergewöhnliche Verhaltensweisen, solltest Du unverzüglich zum Tierarzt gehen.

Auch Holz, das mit Chemikalien behandelt worden ist, kann Deinem Hund schwer schaden. Durch den Speichel können sich Giftstoffe lösen und den Organismus Deines Hundes belasten. Im schlimmsten Fall kann es zu einer ernsten Vergiftung kommen. Beachte dies bitte nicht nur, wenn Du mit ihm draußen Spazieren gehst, sondern auch in Deinem Heim. Einige Hunde neigen dazu, Möbel anzuknabbern – auch diese können mit Chemikalien behandelt worden sein.

Gesunde Hölzer für Hunde

Es gibt eine Reihe gesunder Hölzer, die durchaus für Deinen Hund geeignet sind. Bevor Du ihn also Holz knabbern lässt, das er irgendwo findet, solltest Du ihm ein Holz anbieten, das er unbedenklich knabbern kann – eine tolle Beschäftigung. Hier empfehlen sich z. B. Kaffehölzer*, Olivenhölzer* oder Weinrebenhölzer*.

Hat mein Hund eine Mangelerscheinung?

Das Fressen von Erde und Gras kann ein Anzeichen für eine Mangelerscheinung sein – muss es aber nicht. Tatsächlich sind in der Erde Mineralstoffe enthalten, diese decken jedoch nicht den Bedarf eines Hundes. So kann das Fressen von Gas und Erde keinesfalls einen Nährstoffmangel ausgleichen. Vielmehr ist das Verhalten des Hundes in diesem Fall rein instinktiv und ein Zeichen dafür, dass die Ernährung überdacht werden sollte. Eine gutes, gesundes und ausgewogenes Ernährungskonzept liefert Deinem Tier alles, was es benötigt. Frisst Dein Hund dennoch Erde, ist dafür ein anderer Grund verantwortlich.

Neigt Dein Hund zu Mangelerscheinungen, so kannst Du die Futtermittel mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln aufwerten. Eine Mangelernährung hängt in engem Zusammenhang mit einer gestörten Verdauung, daher ist es ratsam, den Hund beim Verwerten der Nahrung zu unterstützen. Probiotische Tabletten* gleichen Defizite effektiv aus und helfen dabei, Magenbeschwerden zu lindern. Leidet der Hund an einer durch einen Tierarzt nachgewiesenen exokrinen Pankreasinsuffizienz, also einer Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse, kann ein Produkt wie FeedmyAnimal Enzymopet* der Verdauung Deines Hundes auf die Sprünge helfen.

Wenn Du das Ernährungskonzept deines Hundes umstellen und damit verbessern möchtest, solltest Du dies nur in Absprache mit einem Tierarzt oder Ernährungsberater für Hunde in die Wege leiten. Eine Futterumstellung sollte immer langsam erfolgen, damit sich die Verdauung Deines Hundes anpassen kann.

Was könnte ihm sonst fehlen?

Wenn Dein Hund gerne Erde und Gras frisst, fehlt es ihm meisten nur an sinnvoller Beschäftigung. Doch auch bei Zahnproblemen kann es dem Hund helfen, Erde zu fressen. Steckt ein Welpe gerade im Zahnwechsel oder hat ein Hund eine Zahnfleischentzündung, kann dies den Impuls auslösen, Erde zu fressen. 

Am besten überprüfst Du regelmäßig, wie es um die Mundflora Deines Hundes steht. In Kombination mit Streicheleinheiten und ein paar Leckerlis ist das relativ einfach. An der Farbe des Zahnfleischs kannst Du schnell erkennen, ob es entzündet ist. Ist das Zahnfleisch auffällig verfärbt oder sehr blass, solltest Du die Zähne Deines Hundes durch einen Tierarzt kontrollieren lassen.

Bei Welpen im Zahnwechsel solltest Du zudem darauf achten, ob die Milchzähne ausfallen, um den neuen Zähnen genügend Platz zu bieten. Gelegentlich kommt es vor, dass sich die neuen Zähne als zweite Reihe entwickeln und die Milchzähne nur verdrängen. Dies ist sehr unangenehm und schmerzhaft für den Hund. 

In diesem Fall müssen die Milchzähne von einem Tierarzt gezogen werden. Steckt Dein Welpe im Zahnwechsel können Hölzer, eisgekühlte und feste Gummispielzeuge dabei helfen, das Ausfallen der Milchzähne zu fördern und allgemein Scherzen im Mundraum zu lindern. Mach Dir aber keine Sorgen, in den meisten Fällen verläuft der Zahnwechsel vollkommen unproblematisch.

Kann das Fressen von Erde und Gras gefährlich für den Hund werden?

Im Normalfall ist das Fressen von Erde und Gras unbedenklich für Deinen Hund. Er folgt nur seinem natürlichen Instinkt. Dennoch ist natürlich Vorsicht geboten, denn es ist nicht die Erde selbst, die Deinem Hund gefährlich werden könnte, sondern eventuelle Schadstoffe oder Verunreinigungen, die sich in der Erde befinden. 

Mit der Aufnahme von Erde kann der Hund auch Giftstoffe oder Parasiten einfangen. Insekten könnten Deinen Vierbeiner in den Mundraum stechen, außerdem könnte er kleine Glasscherben, Plastikteile oder andere Abfälle mit der Erde zu sich nehmen. Dies gilt es natürlich zu verhindern.

Kot von anderen Tieren kann ebenfalls verschiedene Krankheiten oder Parasiten übertragen, z. B. Giardien, eine sehr ernst zu nehmende Durchfallerkrankung, die von einem Einzeller ausgelöst wird. Düngemittel, Schädlingsbekämpfungsmittel und andere Chemikalien in der Erde können Deinem Hund ebenfalls gefährlich werden. 

Wenn Dein Hund also im eigenen Garten Erde und Gras frisst, und Du Dir sicher bist, dass Deine Erde frei von Schadstoffen ist, brauchst Du Dir im Regelfall keine Sorgen zu machen. Bewegst Du Dich mit Deinem Hund auf fremdem Terrain, solltest Du Deinen Hund besser davon abhalten, Erde und Gras zu fressen.

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Wie kann ich meinem Hund das Fressen von Erde und Gras abgewöhnen?

Das Zauberwort heißt Ablenkung! In den meisten Fällen frisst der Hund Erde, weil er gerade nichts Besseres zu tun hat und ihm langweilig ist. Die einfachste Lösung ist also, ihm eine spannende Attraktion zu bieten, damit er die Erde außer Acht lässt. Beschäftige Dich mit ihm, lass ihn rennen, wirf eine Frisbeescheibe oder trainiere mit ihm neue Kommandos.

Je mehr Du Dich mit Deinem Hund beschäftigst, desto weniger wird er auf die Idee kommen, Erde zu fressen. Bei Aportierspielen kann sich Dein Hund richtig auspowern und wird mit Leckerlis verwöhnt. Jeder Hund wird eine gesunde Belohnung der Erde vorziehen. Selbst dickköpfige und sture Hunde lassen sich mit natürlichen Leckerlis* überzeugen und bestechen.

Eigentlich sollte ein klares „Nein“ von Dir ausreichen, um den Hund davon abzuhalten, Erde zu fressen. Das ist leichter gesagt als getan. Die meisten Hunde sind sehr gelehrig und lernen schnell Kommandos. „Sitz“ und „Platz“ funktioniert meistens schon nach kurzer Zeit. Doch gerade das „Nein“ oder „Aus“ ignorieren selbst die intelligentesten Hunde gerne mal mit voller Absicht. Hier ist eine strenge, aber liebevolle Erziehung der Schlüssel zum Erfolg.

Wenn Du Deinem Hund mit einer klaren Ansage etwas verbietest, dann sollte er auch auf Dich hören. Dies kann von großer Bedeutung sein, wenn sich Dein Hund mal in Gefahr bringt. Wenn es Dir nicht gelingt, dass Dein Hund Dein Verbot respektiert, kannst Du Dir Hilfe bei einem Hundetrainer holen. Im Einzel- oder Gruppentraining wirst Du schnell erkennen, wie Du Deinen Hund dazu bringst, auf Dein „Nein“ entsprechend zu reagieren. Hat er das verinnerlicht, funktioniert das auch, wenn Du ihm das Fressen von Erde untersagst.

Frisst Dein Hund hingegen Gras, solltest Du zunächst beobachten, ob er vielleicht etwas gefressen hat, das ihm nicht bekommt. Übergibt er sich nach dem Grasfressen, ist die Angelegenheit meistens damit erledigt. Neigt er jedoch dazu, regelmäßig Gras zu fressen, solltest Du mit Deinem Hund zum Tierarzt gehen, um den Magen und Darm kontrollieren zu lassen.

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Wann sollte man zum Tierarzt gehen?

Grundsätzlich ist es immer ratsam, den Hund bei einem Tierarzt vorzustellen, wenn Dir etwas an ihm auffällt, das Du Dir ungewöhnlich erscheint und nicht erklären kannst – sicher ist sicher.

Konsultiere Deinen Tierarzt am besten immer, wenn Dein Hund nach dem Fressen von Erde oder Gras:

  • sich außergewöhnlich verhält
  • sich matt, abgeschlagen, apathisch wirkt
  • mehrfach Durchfall hat
  • mehrfach erbricht
  • ein Verdacht auf eine Magen-Darm-Störung besteht
  • ein Verdacht besteht, dass er etwas Giftiges gefressen haben könnte

Das Fressen von Erde und Gras ist in den meisten Fällen unbedenklich, dennoch solltest Du ihn dabei im Auge behalten. Gefährlich wird ihm im Regelfall nicht die Erde selbst, sondern die Schadstoffe, die sich in ihr befinden können. Wenn Dein Hund Anzeichen einer Magen-Darm-Infektion aufzeigt, er mehrfach Durchfall hat oder sich allgemein auffällig verhält, ist es ratsam, deinen Tierarzt zu befragen.

Er kann anhand von verschiedenen Untersuchungen feststellen, ob bei Deinem Hund eine Störung im Verdauungsapparat vorliegt, er mit Zahnproblemen zu kämpfen hat oder vielleicht sogar einen Parasiten in sich trägt.

Entscheidend ist immer, ob Dein Hund nur kurz mal an einem Erdhaufen oder einem Grashalm knabbert oder ob dieses Verhalten öfter zu beobachten ist.

Am besten besprichst Du auch Dein Ernährungskonzept für Deinen Hund mit dem Tierarzt. Er kann gemeinsam mit Dir die Bestandteile des Futters analysieren und Dich fachkundig beraten, worauf Du bei der Ernährung Deines Hundes besonders achten solltest, und was Du gegebenenfalls anpassen kannst. Hier kann es durchaus gravierende Unterschiede je nach Rasse geben.

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