Viele Hunde neigen dazu, in bestimmten Situationen zu zittern. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben aber ist meistens doch harmlos. Dennoch solltest Du Deinen Hund genau im Auge behalten, um den Grund dafür zu ermitteln. Achte darauf, ob er einfach nur gelegentlich zittert oder ob andere Auffälligkeiten wie z. B. Nervosität, Futterverweigerung oder intensives Hecheln mit einhergehen.

Wenn Du unsicher bist und sich das Verhalten Deines Hundes nicht erklären lässt, ist es immer ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen. Begrüßt dich Dein Hund mit wildem Schwanzwedeln und zittert dabei, so ist dies ein Ausdruck der Freude.

Schon gewusst? Besonders Hunde mit Jagdtrieb neigen zum Zittern, denn sie sind besonders aufmerksam, sondieren die Umgebung und sind immer bereit, ein Tier zu jagen. Diese Anspannung äußert sich häufig durch Muskelvibrationen – ist aber vollkommen unbedenklich.

11 Ursachen warum Hunde zittern und was man tun kann

In den meisten Situationen ist das Zittern beim Hund eine normale Reaktion und unbedenklich. Dennoch gibt es auch gesundheitliche Gründe, die es hervorrufen können. Hier eine Übersicht über die häufigsten Gründe, warum ein Hund zittert:

  1. Nach intensiver Bewegung
  2. Bei lebhaften Träumen im Schlaf
  3. Als Reaktion auf Kälte oder Hitze
  4. Aufgrund von Altersschwäche
  5. Aufgrund von Angst oder Stress
  6. Aufgrund von Nebenwirkungen bei Medikamentengabe
  7. Als Symptom für Epilepsie
  8. Als Symptom für das White Dog Shaker Phänomen
  9. Als Symptom bei Staupe
  10. Als Symptom für Magenprobleme oder Magendrehung
  11. Als Symptom für Vergiftungen

Wir Du siehst, können die Gründe für das Zittern Deines Hundes sehr variieren. Sollte Dein treuer Begleiter also mal zitternd vor Dir stehen oder liegen, dann gehe der Sache auf den Grund. Du brauchst Dir in den meisten Fällen keine Sorgen zu machen, doch nur die Gewissheit gibt Dir auch die nötige Sicherheit.

1. Zittern nach langen Spaziergängen und Trainingseinheiten

Besonders Hunde, die noch relativ jung sind, mit denen aber viel Sport betrieben wird, können nach ausgelassenem Training oder langen Spaziergängen mit Zittern reagieren. Dies ist lediglich eine Reaktion auf die körperliche Anstrengung. Die Muskeln können sich nur langsam wieder entspannen, daher zittert Dein Hund. Es wird schon nach einigen Minuten nachlassen. Sollte dies häufiger auftreten, wäre es empfehlenswert, die Trainingseinheiten etwas zu reduzieren und erst mit zunehmender Kondition langsam wieder zu steigern.

Werbung

2. Intensive Träume - Hund zittert im Schlaf

Im Schlaf verarbeitet Dein Hund alle Eindrücke des Tages – genauso wie wir Menschen. Nicht selten bewegen Hunde dabei die Pfoten, als würden sie über eine Wiese rennen. Oder es zuckt einfach nur ein Bein. Häufig bewegen Hunde im Schlaf auch die Lefzen oder wedeln mit dem Schwanz. Fängt ein Hund während er schläft an zu zittern oder zeigt ein Muskelzucken, so ist dies vollkommen unbedenklich. Er hat an diesem Tag sicherlich viel erlebt und verinnerlicht dies nun in seinen lebhaften Träumen.

3. Hund zittert bei Kälte oder Hitze

Viele Hunderassen entwickeln kein dichtes Unterfell, daher können sie schnell frieren. Hier ist das Zittern eine natürliche Reaktion, um die Körpertemperatur zu regulieren. Besonders kleine Hunderassen sind davon häufig betroffen. Wenn auch Dein Hund schnell friert, solltest Du ihm in den kühleren Jahreszeiten einen gefütterten Hundemantel* anziehen, wenn Du mit ihm spazieren gehst. Achte gut auf die Größe des Mantels, damit auch der ganze Rücken und der Bauchbereich abgedeckt ist.

Auch bei besonders warmen Temperaturen können Hunde anfangen zu zittern. Hier ist Vorsicht geboten! Da Hunde kaum Schweißdrüsen besitzen, kann aufgestaute Hitze nur schlecht kompensiert werden. Zittern und Hecheln sind dann Zeichen dafür, dass Dein Hund Probleme hat sich abzukühlen. Gönne ihm Ruhe, und lasse ihn an einem schattigen Plätzchen oder im Haus entspannen. Lange Spaziergänge sollten in die frühen Morgen- und späten Abendstunden verlegt werden. Beobachte Deinen Hund sehr genau, denn er könnte in dieser Phase auch einen Hitzschlag erleiden. Achte darauf, ob er neben dem Zittern folgende Anzeichen aufweist:

  • Sehr schnelles Hecheln
  • Verstärkter Speichelfluss
  • Atemnot
  • Glasige Augen
  • Dunkelrot verfärbtes Zahnfleisch
  • Krämpfe
  • Durchfall und Erbrechen

Wenn der Verdacht besteht, dass Dein Hund einen Hitzschlag haben könnte, ist Dein sofortiges Handeln erforderlich. Bitte suche sofort einen Tierarzt auf!

4. Zittern bei alten Hunden

Besonders ältere Hunde neigen zum Zittern. Dies ist eine ganz normale Altererscheinung und somit unproblematisch. Sollte Dein Hund bereits in die Jahre gekommen sein, brauchst Du Dir also keine Sorgen zu mache

5. Zittern bei emotionaler Belastung

Eine der häufigsten Ursachen für das Zittern beim Hund ist Angst. Dadurch baut er Anspannungen ab und löst sich vom Stress. Angstzittern kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden und hängt eng mit der mentalen Verfassung Deines Hundes zusammen. Einige Hunde reagieren auf laute oder unangenehme Geräusche mit Zittern. Andere zittern beim Autofahren, weil dies Stress für sie bedeutet.

Auch das Treffen von fremden Menschen oder anderen Hunden können Auslöser dafür sein, dass Dein Hund zittert. Er kann die Situation nicht einschätzen und ist verunsichert. Meist geht Angstzittern mit anderen Verhaltensmerkmalen einher. Eine geduckte Körperhaltung, eine zwischen den Beinen eingeklemmte Rute, flach angelegte Ohren und insgesamt eine sehr unterwürfige Haltung zeigen deutlich an, dass Dein Hund gerade sehr ängstlich ist.

Für deinen Hund ist es dann hilfreich, wenn Du beruhigend auf ihn einwirkst. Verhalte Dich entspannt und sprich liebevoll mit ihm, so merkt er schnell, dass ihm keine Gefahr droht. Gerade bei neuen Menschen- oder Hundekontakten brauchen manche Hunde einfach etwas länger, um sich ohne Angst anzunähern.

6. Hund zittert nach Gabe von Medikamenten oder nach OP

Zittert Dein Hund, weil er eine Impfung oder ein Medikament bekommen hat, so ist dies zunächst unbedenklich. Es ist eine natürliche Reaktion des Körpers, der den Wirkstoff verarbeitet. Gönne Deinem Hund dann besonders viel Ruhe und jede Menge Streicheleinheiten. Sollte das Zittern jedoch länger anhalten, könnte es sich um eine allergische Reaktion handeln. Um sicher zu gehen, solltest Du Deinen Tierarzt, der die Impfung gegeben oder das Medikament verabreicht hat, noch einmal befragen.

Wenn Dein Hund nach einer Operation zittert, lässt dies auf die Nachwirkungen der Narkose schließen. Ruhe ist hier das beste Mittel. Auch Schmerzen können hier das Zittern auslösen. Da der Tierarzt sicherlich eine entsprechende Medikation nach der OP anordnet, wird sich der Zustand Deines Hundes mit Gabe eines Schmerzmittels schnell bessern.

Hund zittert - ist er krank?

Es gibt einige ganze Reihe Krankheiten, bei denen ein Hund zittert. Dies ist jedoch meistens nur eine körperliche Nebenreaktion, die auf ein größeres Problem hinweist. Wenn Du den Verdacht hast, dass Dein Hund krank sein könnte, solltest Du nicht zögern und einen Tierarzt aufsuchen. Er kann schnell ermitteln, was Deinem Hund fehlt und eine entsprechende Behandlung und Therapie einleiten. Hier eine kurze Übersicht von Krankheiten, die im Zusammenhang mit Zittern bestehen:

7. Epilepsie

Epilepsie ist eine Nervenerkrankung des Gehirns. Sie äußert sich durch epileptische Anfälle, bei denen beim Hund unkontrollierte Muskelzuckungen und intensives Zittern auftreten können. Epileptische Anfälle kündigen sich zudem häufig durch Nervosität, verstärkten Speichenfluss und Erbrechen an. Epilepsie ist nicht heilbar, kann aber mit einer auf den Hund angepassten Medikation gemildert und kontrolliert werden. Wichtig: Hat Dein Hund einen epileptischen Anfall, solltest Du unbedingt versuchen, Ruhe zu bewahren. Der Anfall lässt sich nicht aufhalten. Je ruhiger Du auf Deinen Hund einwirkst, desto leichter machst Du es ihm, den Anfall durchzustehen.

8. White Dog Shaker Phänomen

Das White Dog Shaker Phänomen tritt – wie der Name es bereits vermuten lässt – nur bei weißen Hunden auf. Es ist eine Erbkrankheit, bei der der Hund am ganzen Körper zittert und teilweise die Orientierung verliert. Besonders auffällig sind hier die schnellen Augenbewegungen. Beim Verdacht auf das White Dog Shaker Phänomen ist ein Tierarzt aufzusuchen. Mit einer entsprechenden Medikation lassen sich die Symptome gut in den Griff bekommen – heilbar ist diese Krankheit jedoch nicht.

9. Staupe

Staupe ist eine Viruserkrankung, die das Gehirn, das Nervensystem, den Magen-Darm-Trakt und die Atemwege des Hundes angreift. Sie ist zum Glück sehr selten, aber lebensbedrohlich. Parallel zum Zittern zeigen Hunde mit Staupe einige oder alle der folgenden Symptome auf:

  • Krämpfe
  • Ausfluss aus der Nase
  • Husten
  • Atemnot
  • Lähmungen

Bei diesen Anzeichen ist natürlich ebenfalls sofort ein Tierarzt aufzusuchen. Da gegen Staupe aber standardmäßig geimpft wird, ist das Risiko, dass Dein Hund an Staupe erkrankt, sehr gering. Solltest Du unsicher sein, ob Dein Hund gegen Staupe geimpft ist, empfiehlt es sich, dies mit Deinem Tierarzt zu besprechen und die Impfung im Bedarfsfall nachzuholen.

10. Zittern bei Magen-Darm-Problemen

Magen-Darm-Erkrankungen können für Deinen Hund sehr belastend sein. Wenn er gelegentlich mal zittert und erbricht oder Durchfall hat, ist dies zunächst noch nicht bedenklich. Reguliert sich das mit den nächsten Mahlzeiten von alleine, ist diese kleine Unverträglichkeit unproblematisch. Anders sieht es aus, wenn der Hund über einen längeren Zeitraum zittert und immer wieder mit Übelkeit zu kämpfen hat.

Ebenso kann eine Magendrehung gefährlich für Deinen Hund werden. Das Zittern ist hierbei ein Zeichen dafür, dass der Hund Schmerzen erleidet. Teilweise steht der Hund in solch einem Fall sogar unter Schock. Besonders anfällig für Magendrehungen sind große Hunderassen. Auf eine Magendrehung lässt sich schließen, wenn einige oder alle der folgenden Symptome gleichzeitig auftreten:

  • starkes Hecheln (auch im Ruhezustand
  • Nervosität
  • Kreislaufprobleme, Desorientierung
  • Aufgeblähter Bauch
  • Erbrechen oder trockenes Würgen

Magen-Darm-Probleme gehören unbedingt behandelt, denn Hunde können sehr schnell dehydrieren. Es ist also wichtig, dass Du bei solchen Anzeichen einen Tierarzt konsultierst. Bei Verdacht auf eine Magendrehung muss schnell reagiert werden, denn diese kann das Leben Deines Hundes gefährden.

Wenn Dein Hund allgemein empfindlich ist und zu Magenbeschwerden neigt, solltest Du mit Deinem Tierarzt, einem Hundetrainer* oder einem Ernährungsberater für Hunde Dein aktuelles Futterkonzept besprechen. Eventuell gibt es hier noch Verbesserungspotenzial. Vielleicht benötigt Dein Hund Schonkost oder reagiert allergisch auf bestimmte Futtermittel. Dies gilt es abzuklären.

Gleichzeitig kannst Du mit Nahrungsergänzungsmitteln mit Flohsamenschalen*, die Magen-Darm-Funktion Deines Hundes aktiv unterstützen.

11. Zittern bei Vergiftungen

Falls Dein Hund giftige Pflanzen oder Lebensmittel zu sich genommen haben sollte, reagiert er häufig mit Zittern. Weitere Symptome, die auf eine Vergiftung hindeuten sind unter anderem:

  • Fieber
  • Krämpfe
  • Durchfall und Erbrechen
  • Verstärkter Speichelfluss
  • Kreislaufbeschwerden
  • Atemnot
  • Unruhe

Bei Vergiftungen ist Gefahr im Verzug, und Du solltest umgehend Deinen Tierarzt oder die nächste Tierklinik aufsuchen.

Weitere Ursachen, wenn Dein Hund zittert

Neben all den bereits aufgelisteten Punkten gibt es noch weitere mögliche Ursachen, die bei Deinem Hund Zittern auslösen können. Nierenversagen, Probleme mit den Atemwegen, Hirnerkrankungen wie Schlaganfälle oder ganz allgemein Schmerzen können mögliche Gründe sein. Wenn Du Dir unsicher bist und Dir das Zittern Deines Hundes nicht erklären kannst, dann solltest Du nicht zögern und Ihn einem Tierarzt vorstellen.

Hund zittert nur am Maul

Wenn Dein Hund mit den Zähnen klappert und das Maul zittert, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass er etwas wittert. Dieses Verhalten ist völlig normal und zeigt an, dass er einen besonderen Geruch aufnimmt. Auffällig ist dieses Maulzittern, wenn ein Rüde eine läufige Hündin wahrnimmt. Gleichzeitig kann das Zähneklappern aber auch bedeuten, dass Dein Hund friert.

Was tun, wenn der Hund zittert und gleichzeitig hechelt?

Wenn Dein Hund zittert und auffallend schnell hechelt, kann dies unterschiedliche Ursachen haben. Nach einem anstrengenden Training, bei dem er sich vollkommen verausgabt hat, ist dieses Verhalten durchaus normal. Er wird sich schnell wieder beruhigen. Hechelt und zittert er aus der Ruhe heraus, könnte dies eventuell auf eine Erkrankung hinweisen, z. B. Hitzschlag, Atemwegserkrankungen oder Schmerzen.

Musst Du Dir Sorgen machen, wenn Dein Hund schnell oder schwer atmet?

Grundsätzlich ist jede  Veränderung an Deinem Hund zu beobachten und die allgemeine Situation zu analysieren. Aufregung, Stress, Freude und Übermut können eine schnelle Atmung auslösen, sind aber vollkommen ungefährlich. Atmet er auch im Ruhezustand auffallend schnell oder schwer, dann könnte dies auf eine Atemwegserkrankung hindeuten. Auch eine Vergiftung wäre denkbar. Dann ist es wichtig, schnell zu reagieren und zum Tierarzt zu fahren.

Warum zittert ein Hund nach dem Fressen?

Wenn Dein Hund unmittelbar nach dem Fressen zittert, dann ist dies in den meisten Fällen ein Zeichen der Freude. Für die meisten Hunde ist die Fütterung ein echtes Spektakel. Wenn dies der einzige Grund für das Zittern ist, er sich relativ schnell wieder beruhigt und ansonsten unauffällig verhält, ist alles in bester Ordnung.

Vorsicht ist hingegen geboten, wenn sich Dein Hund nach dem Fressen zurückzieht und zittert. Gut möglich, dass er bestimmte Futterbestandteile nicht verträgt und mit Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen hat. Ebenfalls möglich ist es, dass er zu schnell gefressen hat und ihn Magenschmerzen plagen. Sollte dies der Grund sein, kannst Du dies schnell beheben, indem Du ihm sein Futter mithilfe eines Antischlingnapfs* gibst. Mit diesem muss er sich sein Futter nach und nach „erarbeiten“. Magenschmerzen oder auch Erbrechen nach dem Fressen können so deutlich verringert werden.

Fazit: Es gibt zahlreiche Faktoren, die das Zittern Deines Hundes auslösen können. Die meisten sind harmlos, einige hingegen überaus gefährlich. Dazwischen gibt es eine große Bandbreite an möglichen Auslösern. Sollte sich Dein Hund also auffällig verhalten, ist es immer ratsam, deinen Tierarzt aufzusuchen und deinen Hund untersuchen zulassen. Nur er kann anhand unterschiedlicher Untersuchungen genau ermitteln, was Deinem vierbeinigen Freund fehlt.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teile Ihn: